Splitterguppe trennt sich von AfD: Die Fischer am (ganz) rechten Rand

Dresden - Rechts, ganz rechts, ultra rechts: Mit der Neugründung der Partei "Aufbruch Deutscher Patrioten" (AdP) fischen immer mehr Gruppierungen in Sachsen am rechten Rand. Was heißt das für die Landtagswahl?

Früher AfD, jetzt Chefin der "Blauen Partei": Frauke Petry (43).
Früher AfD, jetzt Chefin der "Blauen Partei": Frauke Petry (43).  © dpa/Frank Rumpenhorst

Die Zersplitterung der AfD schreitet voran: Der ultrarechte Politiker André Poggenburg (43) aus Sachsen-Anhalt ist aus der AfD ausgetreten - wegen des vom AfD-Bundesvorstand forcierten "Linksrucks", so Poggenburg.

Der AfD droht die Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Jetzt ist er Chef der AdP. Mit ihm im Vorstand: die beiden sächsischen Ex-AfDler Benjamin J. Przbylla (38) aus Zwickau und Egbert Ermer (51) aus der Sächsischen Schweiz. Poggenburg hält den Einzug seiner neuen Partei bei den Ost-Landtagswahlen, darunter in Sachsen, für realistisch.

Damit wirbt eine weitere politische Gruppierung um rechtes Wählerklientel. Dort tummeln sich neben der AfD bereits deren Abspaltungen um Bernd Lucke (56, "Liberal-Konservative Reformer") und Frauke Petry (43, "Blaue Partei") - bislang ohne größeren Widerhall.

Der Leipziger Politikwissenschaftler Hendrik Träger (37) über die Entwicklungen

Politikwissenschaftler Hendrik Träger (37).
Politikwissenschaftler Hendrik Träger (37).  © Gerald Krauser

Doch es gibt noch mehr: Neben der NPD wollen die schon totgeglaubten rechtsextremen "Republikaner" (REP) mit ihrem sächsischen Landesvorsitzenden Dirk Jährling bei den Landtagswahlen antreten. Jährling war mal Vorstandsmitglied der AfD Freital.

Die REP werben für die Landtagswahl auch aktiv um Mitglieder von Bürgerinitiativen und PEGIDA-Anhänger als Kandidaten auf REP-Ticket. Den Republikanern angeschlossen hat sich auch Arvid Samtleben (48), Ex-AfD-Chef von Bautzen. Wählerstimmen rechts der CDU wollen zudem die "Freien Wähler".

Für die Wähler ist das eine äußerst unübersichtliche Entwicklung, findet der Leipziger Politikwissenschaftler Hendrik Träger (37): "Das kann sie verunsichern." Die Frage sei, was jeweils das Alleinstellungsmerkmal sei.

"Es konkurrieren immer mehr Parteien um ein konstant bleibendes Gesamtwählerpotenzial, weshalb der Wettbewerb intensiver und härter werden dürfte. Es könnte darauf hinauslaufen, dass sie sich bei der Landtagswahl gegenseitig Stimmen wegnehmen und damit ihre Erfolgschancen schmälern."

Demo von Pro Chemnitz - mittlerweile vom Verfassungsschutz beobachtet: Der Osten und insbesondere Sachsen hat ein vergleichsweise großes rechtes Wählerpotenzial, sagen Forscher.
Demo von Pro Chemnitz - mittlerweile vom Verfassungsschutz beobachtet: Der Osten und insbesondere Sachsen hat ein vergleichsweise großes rechtes Wählerpotenzial, sagen Forscher.  © dpa/Boris Roessler
"AdP"-Chef André Poggenburg (43). Parteisymbol ist die Kornblume - Erkennungszeichen der österreichischen Nationalsozialisten in den 30er Jahren.
"AdP"-Chef André Poggenburg (43). Parteisymbol ist die Kornblume - Erkennungszeichen der österreichischen Nationalsozialisten in den 30er Jahren.  © dpa/Philipp von Ditfurth
Die erste offizielle Veranstaltung der neuen Partei findet kommende Woche in Dohma bei Pirna statt.
Die erste offizielle Veranstaltung der neuen Partei findet kommende Woche in Dohma bei Pirna statt.  © Screenshot: Facebook

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