Wie bitte? Das soll Sachsens Hymne werden?

In Löbau steigt am ersten Septemberwochenende der Tag der Sachsen. Da wird 
erneut der Versuch unternommen, eine Hymne für den Freistaat zu etablieren.
In Löbau steigt am ersten Septemberwochenende der Tag der Sachsen. Da wird erneut der Versuch unternommen, eine Hymne für den Freistaat zu etablieren.  © DPA

Löbau/Meißen - Kaum eine deutsche Volksgruppe ist so stolz auf seine Heimat wie die Sachsen. Schon verwunderlich, dass sie noch immer keine Landeshymne haben. Zum „Tag der Sachsen“ in Löbau (1.-3. September) wird ein neuer Versuch unternommen. Der wird vermutlich wieder einmal scheitern. Und das ist wohl auch ganz gut so.

Mitte der 90er nahm sich die Staatskanzlei des Problems an. Sie sammelte 102 Vorschläge und brachte sogar ein Buch mit Sachsenliedern heraus. Doch als beauftragte Meinungsforscher herausfanden, dass 75 Prozent der Sachsen gegen eine Hymne sind, schlief das Projekt ein.

Seit fünf Jahren steht der Meißner Peter Knauke (75) einem Initiativkreis für die Sachsenhymne vor. Dem war es gelungen, in einer Internetumfrage einen Favoriten für ein Landeslied zu ermitteln. „Friede dir, mein Land der Sachsen“ soll nun in Löbau auf der Bühne des Landtages zu Gehör gebracht werden.

Peter Knauke: „Das Versöhnliche an diesem Lied ist, dass es die Melodien vom Deutschlandlied und der DDR-Hymne aufnimmt. Da wächst zusammen, was zusammengehört.“ Oder eben nicht! Im veröffentlichten Versuch klingt das nämlich so, als hätte man ein Wiegenlied mit dem Ritt durch die Gespensterbahn gekreuzt.

Und somit wird dieses Sachsenlied bei den ohnehin ablehnenden Landsleuten kaum Gehör finden. Bloß gut, denn es wäre das gefundene Fressen für die bekannten Spötter aus dem TV.


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