Diese Dresdner riss der IS-Terrorist in den Tod

Gerhard H. (75) war mit seinem Sohn in der Reisegruppe, in welcher sich am Dienstag ein Terrorist in die Luft sprengte.
Gerhard H. (75) war mit seinem Sohn in der Reisegruppe, in welcher sich am Dienstag ein Terrorist in die Luft sprengte.

Von Anneke Müller

und Andrzej Rydzik

Dresden/Istanbul - Das Attentat in Istanbul riss auch eine tiefe Kluft in eine Dresdner Familie: Gerhard H. (75) und sein Sohn Steffen (51) sind zwei der drei Sachsen, die bei dem Sprengstoffanschlag ums Leben kamen.

Gerhard H. liebte das Reisen in ferne Länder. Von Istanbul sollte es weiter nach Dubai gehen, bevor er am 20. Januar hätte zurückkehren sollen.

Seine Ehefrau (73) kann das alles noch gar nicht fassen. Sie verlor gleich zwei Menschen: Ihren Ehemann und den einzigen Sohn, der eine Familie hinterlässt und seinen Vater auf der Rundreise begleitete. Weinen kann sie noch nicht, wie sie sagt.

Besonders grausam: Noch bevor sie nachts vom Kriseninterventionsteam gegen 0.30 Uhr aus dem Bett geholt wurde, glaubte sie, ihren Mann und den Sohn bereits im Fernsehen gesehen zu haben.

Beide habe sie unter den Toten auf dem auf dem Sultanahmet-Platz anhand der Kleidung erkannt. Auf Anfrage bei der Krisen-Hotline erhielt sie zunächst keinen Rückruf. Das raubte ihr den Schlaf. Dann klingelte es an der Tür: die Seelsorger vom Krisenteam - und damit die traurige Gewissheit für die Sächsin. Sie wurde zur Schwiegertochter gebracht, „für die alles doch viel schlimmer wird“, sagt Helga H. tapfer.

Sie selbst ist an chronischer Leukämie erkrankt, traut sich deshalb eigentlich keine Fernreisen mehr zu - nur von einem einzigen Reiseziel hatte sie noch geträumt: Ende Februar wollte sie mit ihrem Mann nach Gran Canaria fliegen …

Steffen H. (51) hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.
Steffen H. (51) hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.

Fotos: privat (2)


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