Er ist Sachsens schlimmster Kinderporno-Sammler

Steffen T. (45).
Steffen T. (45).

Von Steffi Suhr

Meißen - Bei der Wohnungsdurchsuchung im Mai 2015 in Meißen stockte selbst den erfahrensten Ermittlern der Atem: Auf 23 Festplatten, Sticks und Computern hortete Steffen T. (45) 475.000 Dateien und 40.000 Videos mit Kinderpornos!

Der bisher größte Fund im Freistaat. Am Donnerstag stand der Industriekaufmann vorm Amtsrichter.
Es herrschte bedrückte Stille, als die Staatsanwältin die Anklage verlas. Sie listete 25 widerliche Fälle auf. Stellvertretend für alle grausamen Fotos und Videos, die reihenweise den Missbrauch und die Vergewaltigung von Kindern zeigen.

Die Täter vergingen sich sogar an Säuglingen.

Damit nicht genug: 110.000 dieser widerlichen Dateien stellte Steffen T. über einen speziellen Internetzugang auch anderen Tätern zur Verfügung.

Aber genau das wurde dem Meißner zum Verhängnis. Fahnder in Baden-Württemberg ermittelten einen Täter, über dessen Computerdaten sie auf den bisher völlig unscheinbaren Meißner Steffen T. stießen. Bei der Hausdurchsuchung flog Sachsens bisher größtes Archiv an Kinderpornos dann auf.

Im Prozess sagte der Angeklagte nichts. Sein Anwalt sagte lediglich: „Mein Mandant räumt durch Kopfnicken die Vorwürfe ein und macht keine weiteren Angaben.“

Dafür fand die Staatsanwältin klare Worte: „Sie sind wie Mister Jekyll und Mister Hyde. Diese Sache bestimmte ihren Tagesablauf. Ihre Wohnung war voller Technik, nur für den einen Zweck.“

Richter Andreas Poth (50) verurteilte den bisher nicht vorbestrafte Steffen T. zu 22 Monaten Haft. Die Strafe wurde zwar zur Bewährung ausgesetzt.

Dafür muss er in psychiatrische Betreuung. „Die Behandlung dürfen sie ohne Zustimmung des Gerichtes nicht beenden. Sie bedürfen einer massiven Kontrolle.“ Und Steffen T. muss 2000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Fotos: Marko Förster


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