Hitze, Dürre, Starkregen im Jahr 2018: Wird das zur Normalität in Sachsen?

Dresden - Wetterextreme ohne Ende 2018 in Sachsen: Es war das wärmste und eines der beiden niederschlagsärmsten Jahre seit 1881! Die Auswirkungen waren verheerend - und könnten bald Alltag sein, sagen Experten.

Die Trockenheit machte sich auch an den Talsperren bemerkbar, etwa in Eibenstock. Dank der ausgeklügelten Vernetzung war die Trinkwasserversorgung aber überall gesichert, so die Experten.
Die Trockenheit machte sich auch an den Talsperren bemerkbar, etwa in Eibenstock. Dank der ausgeklügelten Vernetzung war die Trinkwasserversorgung aber überall gesichert, so die Experten.  © Daniel Unger

Mit einem Temperaturanstieg von 2,2 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittelwert war es das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1881.

Das ergab die Klimabilanz von Landesumweltamt (LfULG) und Deutschem Wetterdienst im Vergleich zur Klimareferenzperiode 1961 bis 1990.

Der Niederschlag ging um 33 Prozent zurück. LfULG-Wetterexperte Dr. Johannes Franke: "In Ost- und Nordsachsen war das Defizit am höchsten."

Der einzige "normale" Monat war der März: Hier gab es keine extremen Abweichungen. Mit Ausnahme von 2003 gab es seit 1951 auch noch nie so viele Sonnenstunden.

Dem nicht genug: Die Elbe erreichte in Dresden im August mit einem Wasserstand von 45 Zentimetern ihren Tiefststand seit Errichtung der tschechischen Stauanlage 1964. Das sorgte auch für höhere Konzentration u.a. an Arzneistoffen, etwa Ibuprofen, so LfULG-Wasserexperte Dr. Uwe Müller.

Der Pegel der Elbe in Dresden sank unaufhörlich, machte auch der Schifffahrt zu schaffen.
Der Pegel der Elbe in Dresden sank unaufhörlich, machte auch der Schifffahrt zu schaffen.  © dpa/Monika Skolimowska

Das heftige Niederschlagsdefizit sei durch die Hitze noch verstärkt worden, so Franke. Gefährlich sei, dass die Wirkung der heftigen Trockenheit sich erst sehr viel später zeigen könne:

"Die Folgen können leicht unterschätzt werden." Noch immer liegen 71 Prozent der Grundwasser-Messstellen unter dem monatstypischen Stand.

Die Auswirkungen waren bereits 2018 heftig: Es gab Einbußen in der Landwirtschaft, etwa bei Kartoffeln (minus 24 Prozent Ertrag) oder Zwiebeln: Rund die Hälfte war mangels Wassers zu klein und konnten nicht verkauft werden. Franke: "In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts könnten Bedingungen von 2018 normal werden."

Die Langzeitprognose sieht aber für dieses Jahr zunächst keine solchen Extreme vorher.

Die Zwiebelernte fiel 2018 deutlich schlechter aus als sonst. Die Zwiebeln konnten wegen der Trockenheit kaum wachsen.
Die Zwiebelernte fiel 2018 deutlich schlechter aus als sonst. Die Zwiebeln konnten wegen der Trockenheit kaum wachsen.  © dpa/Klaus Dietmar Gabbert
Auch die Waldbrandgefahr war extrem hoch. Das ging schon früh im Jahr los.
Auch die Waldbrandgefahr war extrem hoch. Das ging schon früh im Jahr los.  © Steffen Füssel
Klimaexperte Dr. Johannes Franke vom Landesumweltamt.
Klimaexperte Dr. Johannes Franke vom Landesumweltamt.  © Steffen Füssel

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