Gefährliche Bakterien-Invasion auf Seife!

Öffentliche Toilette: Wer wohl zuvor seine Hände mit der Seife gewaschen hat?
Öffentliche Toilette: Wer wohl zuvor seine Hände mit der Seife gewaschen hat?  © Christin Klose/dpa-tmn

Sachsen - Hygiene-Wahnsinn? Beim Händewaschen soll man nicht an der Seife sparen, denn sie entfernt besonders viele Keime. Aber bleiben die dort auch sitzen?

Eigentlich müsste es auf einem Stück Seife vor Erregern nur so wimmeln. Schließlich waschen wir die Hände, wenn sie dreckig sind oder wir vom Klo kommen.

Auch Bakterien von Türgriffen, Geld oder Haltestangen im Bus landen auf der Seife. Klingt nach einem Dilemma.

Ein Stück Seife besteht in der Regel aus pflanzlichen (zum Beispiel Kokosfett, Olivenöl) oder tierischen Fetten (zum Beispiel Schweineschmalz oder Schlachtfette als tierischer Bestandteil).

Bei den flüssigen Seifen handelt es sich dagegen nicht um Seife im herkömmlichen Sinn, sondern um so genannte Syndets. Das heißt, die Inhaltsstoffe sind in den meisten Fällen synthetisch.

Sowohl die festen als auch die flüssigen Seifen enthalten aber Tenside. Also waschaktive Substanzen, die dafür sorgen, dass wir etwa Fettiges von den Händen waschen können.

Einige Bakterien lauern tatsächlich auf der Seife - Seife ist kein Tötungsmittel für Bakterien

Doch was ist denn jetzt mit den Bakterien auf der Seife? Rutschen die dank der Tenside gleich mit in den Abfluss?

Dr. med. Ernst Tabori, Ärztlicher Direktor beim Deutschen Beratungszentrum für Hygiene (BZH) und Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Infektiologe (DGI), stellt hier klar: Händewaschen immer mit Seife! Stück- und Flüssigseife sind dabei gleich wirksam.

Allerdings: „Seife ist kein Tötungsmittel für Bakterien, sie funktioniert eher wie eine Art Lasso, das Verunreinigungen bindet“, sagt der Fachmann.

Heißt konkret: Bakterien sind auf Seife lebensfähig. Ob dadurch Krankheiten übertragen werden können, ist bislang wissenschaftlich nicht endgültig erforscht.

Immer belegt eine Studie, die im Journal of Environmental Pathology Toxicology and Oncology veröffentlichte wurde, und für die flüssige und feste Seifen in öffentlichen Toiletten auf ihren Bakterienbefall untersucht wurden, dass alle untersuchten Seifenstücke Mikroorganismen aufwiesen, die nach 48 Stunden noch immer vorhanden waren.

Das legt zumindest nahe, dass durch Seifenstücke tatsächlich manche Infektionen übertragen können.

Titelfoto: Christin Klose/dpa-tmn


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