Sogar die CDU ist dabei: 365-Euro-Ticket nicht mehr nur in Leipzig Wahlkampfthema

Leipzig/Dresden - Die Forderung nach einem 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr ist eines der bestimmenden Themen vor der Kommunalwahl in den großen Städten Sachsens. Neben Leipzig wird auch in Dresden der Ruf nach dem Jahresticket für einen Euro pro Tag lauter.

Die Forderung nach einem 365-Euro-Ticket in Leipzig und Dresden wird lauter.
Die Forderung nach einem 365-Euro-Ticket in Leipzig und Dresden wird lauter.  © DPA

In Leipzig wollen SPD und Linke den Stadtrat kommenden Mittwoch über einen Antrag entscheiden lassen, ob ein Konzept für ein Jahresticket für den Nahverkehr für 365 Euro erstellt wird.

Mittlerweile haben nach Angaben des Umweltverbandes Ökolöwe mehr als 10.000 Menschen eine Petition für das 356-Euro-Ticket unterschrieben (TAG24 berichtete). Der Verband will am Mittwoch vor der Abstimmung bereits symbolisch Vorbestellungen für die neue Fahrkarte entgegennehmen. Interessierte Bürger der Messestadt könnten die Forderung nach dem Ticket so bekräftigen.

"Wir Leipziger brauchen endlich einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen. Leipzig muss Pilotregion für vorbildlichen Nahverkehr in Sachsen und ganz Deutschland werden. Das 365-Euro-Jahresticket nach Wiener Modell macht dies möglich“, hieß es vonseiten des Ökolöwen.

365-Euro-Ticket für Bus und Bahn: CDU mischt in Dresden mit

In Dresden fordern CDU und Linke das Jahresticket für einen Euro pro Tag im Kommunalwahlprogramm. Der Stadtrat beschloss vergangene Woche, einen derartigen Tarif in Erwägung zu ziehen. Die Kommunalwahlen in Sachsen finden am 26. Mai parallel zur Europawahl statt.

Udo Becker, Verkehrsökologe der Technischen Universität Dresden, kritisiert, dass bei den Forderungen meist unklar bleibt, wer das günstige Ticket finanzieren soll. Er plädiert dafür, dass Autofahrer dafür zahlen müssen, das "teuerste, schädlichste und ineffizienteste Verkehrsmittel" für tägliche Wege in der Stadt zu nutzen.

Würden Autofahrer stärker zur Kasse gebeten, könnten die Gelder in Busse und Bahnen gesteckt werden, so Becker. Dadurch würden die Angebote attraktiver und mehr Menschen würden sie nutzen.

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