Schollbach scheitert! Sie ist Sachsens neue Linken-Chefin

Antje Feiks (38) ist die neue Chefin der sächsischen Linken.
Antje Feiks (38) ist die neue Chefin der sächsischen Linken.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Antje Feiks (38) ist neue Chefin der sächsischen Linken. Sie setzte sich überraschend deutlich mit 56,2 Prozent gegen den Dresdner Landtagsabgeordneten André Schollbach (39) durch (40,5 Prozent).

Feiks war die Wunschkandidatin vom scheidenden Partei-Chef Rico Gebhardt (54). Schollbachs kurzfristige Kandidatur hatte für Wirbel gesorgt. Auf dem Landesparteitag in Chemnitz warb Feiks - langjährige Landesgeschäftsführerin - dafür, Schwung in verkrustete Strukturen der Partei zu bringen. Etwa die Mitglieder mehr einzubinden, um die Grabenkämpfe zu überwinden.

Man habe zudem versäumt, die großen, gesellschaftlichen Räder zu drehen. „Unsere alten Rezepte funktionieren so nicht mehr.“ Und: „Ich möchte nicht in erster Linie anderen Parteien Angst machen, sondern Menschen von unseren Ideen überzeugen. Wenn dann die CDU Angst hat, haben wir alles richtig gemacht.“

Der Dresdner Landtagsabgeordnete André Schollbach bekam 40,5 Prozent der Stimmen, Feiks 56,2.
Der Dresdner Landtagsabgeordnete André Schollbach bekam 40,5 Prozent der Stimmen, Feiks 56,2.  © DPA

Ein klarer Seitenhieb auf ihren Konkurrenten Schollbach, der bei der Basis deutlich weniger ankam.

Der Rechtsanwalt hatte sich als scharfer CDU-Jäger präsentiert. Die gesellschaftliche Lage angesichts der AfD-Erfolge sei ernst. Entweder man finde sich damit ab oder man kämpfe.

Die Aufgaben für die neue Partei-Chefin sind groß, die Partei ist verunsichert. Verluste bei Arbeitern und Arbeitslosen, viele Protestwähler sind gerade im Osten zur AfD abgewandert. Die Linke wurde bei der Bundestagswahl nur fünftstärkste Kraft und verlor ihre Rolle als Oppositionsführer. Mittlerweile stellen West-Linke den Großteil der Bundestagsabgeordneten. Viele Delegierte klagten über ein Problem der Außenwahrnehmung und persönliche Befindlichkeiten, die sich auch in den Kandidaturen von Antje Feiks und André Schollbach manifestierten.

In seiner Abschiedsrede als sächsischer Partei-Chef hatte Gebhardt selbstkritisch festgestellt, dass die Linke viele Menschen nicht mehr erreicht. „Ich denke, das liegt daran, weil wir viel zu oft zu langsam, zu harmlos, zu technokratisch, zu bürokratisch, zu einfallslos, zu angepasst, kurzum: zu langweilig sind.“


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