Großvermieter Vonovia bekommt Negativ-Preis in Sachsen

Leipzig/Bochum - Das Wohnungsunternehmen "Vonovia" mit Sitz in Bochum hat in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Für das unzuverlässige Verhalten gegenüber Mietern hat das Unternehmen nun einen Negativ-Preis von der Verbraucherzentrale in Sachsen kassiert.

Immer Ärger mit Vonovia: Auch vor der Zentrale in Bochum gab es Proteste.
Immer Ärger mit Vonovia: Auch vor der Zentrale in Bochum gab es Proteste.  © Fotoagentur Sven Simon

Legionellen-Alarm, Fahrstuhl-Ausfälle, hohe Nebenkosten, kein warmes Wasser - die Liste der Mängeln in Mietwohnungen und Dienstleistungen von Vonovia ist lang (TAG24 berichtete). Besonders Mieter aus Sachsen finden ständig Grund zur Beschwerde an dem Millionen-Unternehmen.

Dafür hat die Verbraucherzentrale Sachsen Vonovia nun mit dem Jury-Preis des "Prellbock 2019" ausgezeichnet. Von Februar bis Oktober des Jahres konnten sächsische Bürger über Abzocker, Service-Nieten und Blender unter Dienstleistern und Unternehmen abstimmen. Eine Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verbraucherschutz haben dann die Preisträger gekürt. Neben Vonovia wurde die Marke "PŸUR" der Telecolumbus AG mit Sitz in Berlin als Sieger auserkoren.

Was das Wohnungsunternehmen betrifft begründet die Jury ihre Entscheidung folgendermaßen: "Mieter bekommen Abrechnungen über erhöhte Nebenkosten, die sie nicht verstehen", heißt es von der Prellbock-Jury auf der Website der Verbraucherzentrale, "wenn es um den Wohnraum der Menschen in Sachsen geht, ist die Betroffenheit besonders hoch. Für Menschen mit wenig Alternativen, eine andere Wohnung zu finden, sind hohe Kosten für Stromversorgung, Warmwasser oder Winterdienst ein ernstes Problem."

Die LINKE Leipzig hat den Preis zum Anlass genommen und regt User auf Facebook an, sich mit ihrem Erfahrungen mit Vonovia mitzuteilen.

Von dem Preis kann sich "Vonovia" übrigens nichts kaufen: Alle Gewinner der Prellbocks werden von der Verbraucherzentrale verklagt.

UPDATE: Stellungnahme von Vonovia

Der Immobilienkonzern hat auf den Negativpreis reagiert.

"Der Vorwurf, wir seien für hohe Stromkosten verantwortlich, ist erkennbar absurd. Alle Mieter in Deutschland wissen, dass diese nicht von den Vermietern verursacht werden", so der für Ostdeutschland zuständige Pressesprecher Matthias Wulff zu TAG24.

"Wir stehen für Transparenz und sind offen für Austausch. Vonovia ist ein professioneller und verantwortungsvoller Vermieter für alle Bevölkerungsgruppen in Sachsen und in Deutschland. Wir sind Teil der Stadtgesellschaft. Auch bei offenen Fragen oder unterschiedlichen Auffassungen stellen wir Transparenz her und finden im Dialog Lösungen im Sinne unserer Mieterinnen und Mieter."

Ebenso betont Wulff, man habe stets das Gespräch und den Dialog mit Mietervereinen und Verbraucherschützern gesucht. "Das wird auch so bleiben."

Man biete rund einer Million Kunden ein "sicheres, ordentliches, bezahlbares Zuhause und übernimmt Verantwortung für Bestände und ganze Quartiere."

Vonovia zeigt sich gegenüber TAG24 überrascht, "dass wir in diesem Preis auftauchen. Die in der Jurybegründung genannten Kosten für Strom und Wasser leiten wir einfach nur von den Versorgern zu den Kunden durch – so wie alle anderen Vermieter."

Mit seiner Mieterpolitik macht sich das Unternehmen Vonovia keine Freunde.
Mit seiner Mieterpolitik macht sich das Unternehmen Vonovia keine Freunde.  © dpa/Roland Weihrauch

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