Wegen Lehrermangel! Sachsen muss abgelehnte Lehrer aus Bayern anwerben

Durch die Werbeaktion sollen 700 noch offene Lehrstellen besetzt werden.
Durch die Werbeaktion sollen 700 noch offene Lehrstellen besetzt werden.  © DPA

Leipzig/München - Ab dem kommenden Schuljahr sollen verstärkt Lehrer aus Bayern in Sachsen unterrichten. Darauf einigten sich jetzt die beiden Bundesländer.

Das sagte Sachsens Kultusministerium Brunhild Kurth (CDU) der "Leipziger Volkszeitung" (Montag).

"Dort abgelehnte Interessenten dürfen in bayerischen Lehrer-Seminaren von uns angeworben werden. Deshalb wird es in den nächsten Wochen eine große Werbeaktion geben." Sie hoffe, dass "sich möglichst viele bayerische Absolventen für uns interessieren. Je mehr, desto besser".

Hintergrund ist der Lehrer-Mangel. Nie zuvor gab es in Sachsen größere Probleme, Stellen zu besetzen. Zwei Monate vor dem neuen Schuljahr sind erst 865 von 1400 Stellen besetzt.

Dabei stammten nur 1062 der 2869 Bewerbungen von ausgebildeten Lehrern. Die Mehrheit der Interessenten wollte als Seiteneinsteiger unterrichten. Es werde "schwerer als in all den Jahren zuvor", für jede Klasse einen Lehrer zu finden, erklärte die Ministerin.

Lehrer sollen nun aus Bayern mit einer Sachsen-Zulage angelockt werden: 595 Euro brutto gibt es extra zum Gehalt. "Dennoch wird es einen Unterschied beim Netto im Vergleich zu Bayern geben", wo Lehrer verbeamtet werden, sagte Kurth.

Der Aufschlag sei kein reiner Sachsen-Bonus, stellte die Ministerin klar: "Mit dem Maßnahmenpaket vom Oktober 2016 sind zwei Erfahrungsstufen zusätzlich möglich, wenn Lehrer sich entschließen, in eine bestimmte Schulart und eine bestimmte Region zu gehen." Bislang würden in Sachsen schon 270 dieser "Gewinnungszulagen" gezahlt – Tendenz steigend.

Doch nicht nur in Bayern wird es eine großangelegte Werbekampagne geben. Auch in Sachsen selber will das Kultusministerium stärker in die Offensive gehen und künftig Bachelor-Absolventen als Lehrer verpflichten.


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