Nach CDU-Schlappe: Das sollte Tillich anders machen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (58, CDU).
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (58, CDU).  © DPA

Dresden - Die Wahlniederlage hat Sachsens CDU schwer getroffen. Mehr als alle anderen – waren doch die Christdemokraten im Freistaat 27 Jahre lang auf Sieg geeicht.

Der Dresdner Politikprofessor Hans Vorländer nimmt nun den Landesvorsitzenden der Partei, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (58), in die Pflicht.

„Er muss mal eine Vision entwickeln, wo Sachsen hin will“, so Vorländer über Tillich. „Eine Vision, wo Sachsen in zehn Jahren hin will. ER MUSS DIE SACHSEN MITNEHMEN. Und er muss mehr Emotionalität entwickeln, nicht nur technokratisch agieren.“

Vor allem müsse Tillich die Menschen in Sachsen bei der Aufarbeitung der letzten 25 Jahre begleiten. „Kulturell und biografisch ist da viel liegen geblieben. Der Umbruch ist bei vielen noch nicht verarbeitet. Vielen ist viel weggebrochen.“

Der Dresdner Politikprofessor Hans Vorländer nimmt Stanislaw Tillich in
die Pflicht.
Der Dresdner Politikprofessor Hans Vorländer nimmt Stanislaw Tillich in die Pflicht.  © DPA

Darüber hinaus müsse (endlich) in den Schulen kultureller und politischer Bildung mehr Raum gegeben werden.

Bei der Suche nach Ursachen für die Wahlniederlage schätzt der Politikprofessor ein, die CDU Sachsen habe zuletzt einen recht uneinheitlichen Kurs gefahren. Sie habe versucht, allen gerecht zu werden. Sicher sei die Lage der Partei schwierig gewesen: „Bewegte sie sich zu weit in die Mitte, wurde ihr das vorgeworfen. Bewegte sie sich zu weit nach rechts, dachte sich der Wähler: dann nehme ich doch lieber gleich das Original.“

Aber, so Vorländer: „Die Entwicklung, diese Abwärtsbewegung für die CDU deutet sich bereits seit Jahren an, schlug sich aber bislang nicht wirklich nieder, da die Konkurrenz fehlte. Aber an der Basis (der CDU) rumorte es schon lange, gerade im Stadtverband Dresden.“

Auch die dünne Personaldecke der Landes-CDU sei ein Problem.

Lange Gesichter bei der Wahlparty der CDU in Dresden.
Lange Gesichter bei der Wahlparty der CDU in Dresden.  © Eric Münch

Titelfoto: DPA


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