Nicht nur zum Kindertag: Dresden tut viel für seine Jüngsten und doch könnte es besser sein

Dresden - Zuckerwatte, Hüpfburgen, Bastelstraßen - anlässlich des Kindertages gab es Samstag in vielen Stadtteilen fröhliche Vergnügungen für die Jüngsten. Auch jenseits dieser Feste legt sich die Stadt für Kinder ins Zeug. Schnell und billig sind Erfolge da aber nicht einzuheimsen.

In der Altmarkt Galerie trafen sich Samstag Internationale Maskottchen.
In der Altmarkt Galerie trafen sich Samstag Internationale Maskottchen.  © Petra Hornig

Laut Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2017 der Bertelsmann Stiftung sind in Dresden über 50 Prozent der unter und 99 Prozent der über Dreijährigen in der Kindertagesbetreuung. Um den steigenden Bedarf zu decken, investiert die Stadt Jahr für Jahr Millionen.

173 Kitas mit 30.604 Plätzen befinden sich in kommunaler Hand. Freie Träger betreiben 219 Einrichtungen mit insgesamt 24.462 Plätzen. Die Mamas und Papas sind zufrieden mit dem Angebot, ergab die jüngste Elternbefragung. 92 Prozent der Eltern würden die Einrichtung ihres jüngsten Kindes weiterempfehlen.

Die Erziehungsberechtigten bewerten allerdings den Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen kritisch. Denn: In Sachsen werden in den Krippengruppen rein rechnerisch 6,5 ganztags betreute Kinder von einer vollzeitbeschäftigten Fachkraft betreut. Sachsen besitzt damit den ungünstigsten Personalschlüssel bundesweit.

Dünne Personaldecke in Sachsens Kindergärten

Am Samstag vergnügten sich die Kinder auf Hüpfburgen (Symbolbild).
Am Samstag vergnügten sich die Kinder auf Hüpfburgen (Symbolbild).  © 123RF

Im Kindergartenbereich liegt das Erzieher-Kinder-Verhältnis bei 1 : 13,4. Laut Report kommt nur Mecklenburg-Vorpommern auf einen noch ungünstigeren Wert. Würde Sachsen die Empfehlungen der Stiftung folgen und mehr Personal einsetzen, bräuchte es zusätzlich rund 873 Millionen Euro pro Jahr.

Doch selbst mit diesem Geld könnte die dünne Personal-Decke über Nacht nicht aufgestockt werden, denn es fehlt an Fachkräften. Allein der Dresdner Eigenbetrieb hat derzeit mehr als ein Dutzend Stellen ausgeschrieben. In Leipzig können gegenwärtig zwei nagelneue Kitas nicht öffnen, weil Personal fehlt.

„Der Mangel wird immer größer und die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs wird immer drängender. Den Wettbewerb mit anderen Branchen wird die Kinderbetreuung allerdings verlieren, wenn junge Menschen Schulgeld bezahlen müssen und es weiterhin an einer angemessenen Ausbildungsvergütung fehlt“, sagt dazu die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Uschi Kruse (62).

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