Versuchter Mord und Widerstand: Gewalt gegen Sachsens Polizei steigt

Ein Demonstrant schlägt zu: Gewalt gegen Polizisten umfasst alle Formen von
verbaler Gewalt bis hin zu Körperverletzung und Tötung.
Ein Demonstrant schlägt zu: Gewalt gegen Polizisten umfasst alle Formen von verbaler Gewalt bis hin zu Körperverletzung und Tötung.  © DPA

Dresden - Widerstand, Körperverletzung, versuchter Mord: In Sachsen gibt es so viel Gewalt gegen Polizisten wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung. 2016 stieg die Zahl der Fälle von Gewalt erneut - um 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Brandis feuerte im März 2016 ein Neonazi mit einer Armbrust auf Polizisten. Im Sommer ging ein rabiater Mitläufer der Freien Kameradschaft Dresden beim Stadtfest auf Polizisten los.

Das sind nur zwei Beispiele. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1462 Fälle von Gewalt gegen Polizisten verzeichnet - 153 Fälle mehr als noch 2015. Das zeigt das Lagebild des Landeskriminalamtes (LKA). 97-mal blieb es beim Versuch. „Damit dominieren mit 93,4 Prozent eindeutig die vollendeten Delikte“, so LKA-Sprecher Tom Bernhardt.

Meist geht es um drei Straftatbestände: Mit Abstand an der Spitze mit 1117 Fällen ist der Widerstand gegen Polizisten - ein Plus von 14,9 Prozent. Die einfache Körperverletzung stieg auf 105 Fälle - ein Plus von 31,3 Prozent!

 Autonome lassen Barrikaden brennen. Auch dabei können Polizisten verletzt werden.
Autonome lassen Barrikaden brennen. Auch dabei können Polizisten verletzt werden.  © DPA

Einen Rückgang gab es bei der gefährlichen Körperverletzung (118 Fälle; -14,5 Prozent). Es folgen Bedrohung (53 Fälle; -31,2 Prozent), Nötigung (35 Fälle; +133,3 Prozent) und Landfriedensbruch (20 Fälle; +17,6 Prozent).

2016 gab es zudem einen versuchten Mord und einen versuchten Totschlag. Im Vorjahr gab es keine solchen Fälle. „Getötete Polizisten wurden 2016 zum Glück nicht registriert“, so Bernhardt. Trotzdem: „Mehr als jedes siebte Opfer (477 Polizisten, Anm. d. Red.) eines Gewaltdelikts erlitt bei Angriffen zumindest leichte Verletzungen“, so der Sprecher.

Ein Mittel gegen die Gewalt sind Körperkameras für Polizisten, hofft das Innenministerium - sie sollen in Sachsen demnächst erprobt werden (TAG24 berichtete). Zuvor wurden Sachsens Beamte bereits mit stichsicheren Westen ausgestattet.

LKA-Sprecher und
Kriminalhauptkommissar
Tom
Bernhardt (47).
LKA-Sprecher und Kriminalhauptkommissar Tom Bernhardt (47).  © Harry Härtel/Haertelpress
Mittel gegen Gewalt sind unter anderem stichsichere Schutzwesten und Helme.
Mittel gegen Gewalt sind unter anderem stichsichere Schutzwesten und Helme.  © DPA
Auch Körperkameras sollen in Zukunft schützen.
Auch Körperkameras sollen in Zukunft schützen.  © DPA

Titelfoto: DPA


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