Sachsen will an Porzellan-Manufaktur festhalten

Die Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH hatte jüngst einen Millionenverlust für 2014 ausgewiesen.
Die Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH hatte jüngst einen Millionenverlust für 2014 ausgewiesen.

Meißen - Das Traditionsunternehmen Meissen musste millionenschwere Verluste bilanzieren. Der Freistaat will trotz aller Schwierigkeiten an seiner Porzellan-Manufaktur Meissen festhalten.

"Es geht weiter, sie wird sich weiterentwickeln", erklärte Finanzminister Georg Unland (CDU) am Freitag zur Wiedereröffnung des neugestalteten Porzellan-Museums der Manufaktur. In der Vergangenheit seien dafür wichtige Weichen gestellt worden, unter anderem durch die Gründung einer Stiftung, betonte Unland. "Damit wollen wir vor allem das kulturelle Erbe bewahren und weiterentwickeln."

Im Januar 2016 wurde bereits angedeutet: „Der Freistaat Sachsen steht zur Porzellanmanufaktur Meissen und deren Mitarbeitern und wird das Unternehmen weiterhin unterstützen.“ Schuld am damaligen Desaster war laut dem Meissen-Geschäftsführer Tillmann Blaschke (52) der Ableger Italia S.r.l. Für diesen mussten 18,3 Mio. Euro Sonderabschreibungen u. ä. vorgenommen werden.

Unland betonte, dass es sich um eine bilanzielle Frage handele, die nichts mit der Liquidität des Unternehmens zu tun habe. "Die Geschäfte gehen weiter."

Meissen-Geschäftsführer Tillmann Blaschke (52).
Meissen-Geschäftsführer Tillmann Blaschke (52).

"Die Linke" im Landtag haben Sachsen aufgefordert, die Ergebnisse der Neuausrichtung sowie die aktuelle Lage des Staatsbetriebes schnell und transparent zu untersuchen.

Die Großmannssucht habe die Manufaktur in eine bedrohliche Schieflage gebracht, so der finanzpolitische Sprecher Sebastian Scheel mit Blick auf den früheren Geschäftsführer Christian Kurtzke, der den Traditionsbetrieb in einen Luxuskonzern umwandeln wollte.

Sachsens Rechnungshof prangerte im letzten Jahresberichtauch das Meißner Unternehmen an: Kritik gab’s damals an Darlehen für Betriebe mit Landesbeteiligung. Damit war sicher unter anderem die Porzellan-Manufaktur Meissen gemeint, denn knapp zehn Millionen Euro seien gestückelt am Landtag vorbei vergeben worden, dessen Budgetrecht damit missachtet worden.

Übrigens, 2016 wird das Meissen Porzellan-Museum 100 Jahre alt und blickt zurück. Eine Sonderausstellung entführt ab Ostern 2016 in das Jahr 1916 und beleuchtet die Hintergründe und die Entwicklungsgeschichte des Museums.

Fotos: Holm Helis, dpa, imago


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