Sachsen trägt Paris im Herzen: Tiefes Mitgefühl für Notre-Dame

Dresden – Ganz Sachsen fühlt mit Paris. Der Brand der Kathedrale Notre-Dame ruft vor allem im kirchlichen Sachsen tiefes Mitgefühl hervor – hat der Freistaat mit der Dresdner Frauenkirche doch ein ähnliches Symbol, das einst Flammen zum Opfer fiel.

Bischof Heinrich Timmerevers.
Bischof Heinrich Timmerevers.  © Eric Münch

So hieß es aus der Stiftung Frauenkirche: "Der Schmerz über die brandbedingten Wunden am Wahrzeichen Frankreichs und der französischen Christenheit berührt uns in Dresden – weil wir ihn aus der Geschichte der Frauenkirche Dresden leidvoll erinnern. Die zu befürchtenden Verluste am kulturellen Erbe dieses großartigen religiösen Ortes im Herzen Europas bewegen uns sehr.

Wir übermitteln daher in ökumenischer Verbundenheit unser tief empfundenes Mitgefühl von der Dresdner Frauenkirche zur Kirche Notre Dame, der Liebfrauenkirche, in Paris.

Auch wenn wir die Kathedrale Notre Dame und ihre Gemeinde jetzt in der Karwoche im Leid gefangen sehen, trägt uns die Hoffnung, dass die österliche Botschaft der Auferstehung tröstet und neues Leben sichtbar werden lässt. Dafür ist die wieder aufgebaute Frauenkirche Dresden ein ermutigendes Zeichen.

Wir wünschen allen Verantwortlichen, Gemeindegliedern und Bürgern der Stadt Paris und Frankreichs sowie all denen, die sich zur weltweiten Gemeinde des religiösen und touristischen Wahrzeichens Notre Dame zählen, die Kraft, den Schmerz zu überwinden und die Entschlossenheit, auf Heilung und Wiedererrichtung des Gotteshauses mit Gottes Segen zu vertrauen."

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing.
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing.  © Steffen Füssel

Parallel äußerte der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing (51): "Ich bin bestürzt über dieses Unglück. Die Bilder der brennenden Kathedrale nehmen mich in schrecklicher Weise gefangen. Meine Gedanken und Gebete sind bei allen, die für und an der Kathedrale gelebt, gebetet und gearbeitet haben."

Das Unglück sei auch Mahnung, in Sachsen auf den eigenen Schatz an Bauten und Kunstschätzen zu achten, sie zu würdigen und zu erhalten. "Dafür setzt sich maßgeblich die Kirche Jahr für Jahr ein und verweist auf die Erbemitverantwortung der Gesellschaft", formulierte Rentzing abschließend.

Sein Amtsbruder, der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers (66) schrieb: "Die Bilder der brennenden Kathedrale von Notre-Dame haben mich bis ins Mark erschüttert! Mehrfach durfte ich in diesem weltberühmten, wunderschönen, filigranen Gotteshaus zu Gast sein und habe die Kirche dabei als einen Ort erlebt, wo Menschen Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit finden.

Die Kathedrale ist ein Ort voller Hoffnung und Sehnsucht der Menschen, ein Zeugnis des christlichen Glaubens. Nun mussten wir erleben, wie verletzlich und zerbrechlich diese Kathedrale ist, an der Menschen über Jahrhunderte zur Ehre Gottes gebaut haben. Dass dieses Refugium für die Menschen aus Paris, Frankreich und aller Welt nun massiv zerstört ist, berührt mich zutiefst.

Ich möchte von Dresden aus allen Franzosen meine Anteilnahme übermitteln. In der Heiligen Messe heute Morgen habe ich der Menschen in Trauer gedacht und für sie gebetet."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU).  © Thomas Türpe

Und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU), selbst ein bekennender Christ, ließ via Twitter über die Sächsische Staatskanzlei bekunden:

"Es waren traurige Bilder, die uns gestern Abend aus #Paris erreicht haben. Beim Wiederaufbau ist die Solidarität ganz #Europa|s gefragt. Wenn wir einen Beitrag leisten können, ganz persönlich, ganz individuell, dann sollten wir das tun. #notredame (SK)

Er wünsche sich "die gleiche Solidarität und Unterstützung" wie sie Sachsen in Dresden für die Frauenkirche bekommen habe.

"Wenn wir einen Beitrag leisten können, ganz persönlich, ganz individuell, dann sollten wir das tun."

Am Montag brannte die Kathedrale Notre-Dame.
Am Montag brannte die Kathedrale Notre-Dame.  © Daniel Fouray/MAXPPP/dpa

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0