Sachsen rüstet sich für 65.000 Asylbewerber bis Jahresende

Asylkoordinator Dirk Diedrichs (52).
Asylkoordinator Dirk Diedrichs (52).

Von Torsten Hilscher

Dresden - Herausforderung Asyl: Bis Jahresende erhalten Sachsens Kommunen jede Woche mehr als 2000 Asylbewerber zugewiesen.

„Die Spitze erreichen wir in der 53. Kalenderwoche. Dann werden unserer Planung zufolge 3200 Menschen verteilt“, sagt Dirk Diedrichs (52), oberster Asyl-Koordinator Sachsens.

„Aber wenn unser Platz es erlaubt, versuchen wir Rücksicht auf die Kommunen zu nehmen.“

Dann würden Asylbewerber noch etwas länger in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verbleiben. In diesen gibt es zur Zeit etwas mehr als 16.000 Plätze. Die Belegung jedoch liegt bei 14.000.

Damit soll auch die Mitarbeit der Kommunen gewürdigt werden, die laut Diedrichs nach Kräften kooperieren.
Trotzdem sucht der Freistaat für seine Erstaufnahmen weiter Objekte.

Immerhin werden bis Jahresende über 65.000 Asylsuchende seit Januar im Freistaat angekommen sein - weit mehr, als in den kühnsten Prognosen gerechnet. Bislang kamen 53.000. Nochmals 900 werden am Wochenende erwartet.

Airport-Asylstadt fast fertig

Platz für 500 Asylbewerber: Die neuen Leichtbauhallen am Flughafen Dresden.
Platz für 500 Asylbewerber: Die neuen Leichtbauhallen am Flughafen Dresden.

Dresden - Erneut ist in Dresden eine kleine Stadt für Asylbewerber entstanden. Konkret handelt es sich um 14 Hallen, die die ehemalige Parkfläche P4 am Flughafen Klotzsche belegen.

Mit den Unterkünften wird das Gelände zur Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) umfunktioniert.

„Die Leichtbauhallen werden voraussichtlich in der letzten Novemberwoche betriebsbereit sein“, sagte ein Sprecher der zuständigen Landesdirektion MOPO24. Insgesamt könnten dort 500 Menschen unterkommen.

Um der Situation der Neuankömmlinge in Klotzsche etwas Farbe und Wärme zu verleihen, plant die Flughafengesellschaft eine Überraschung: Diesmal sollen auch Flüchtlingskinder die Ankunft des Weihnachtsmanns auf dem Airport miterleben dürfen.

Ebenfalls 500 Menschen sollen im ehemaligen Pionierlager in Chemnitz-Einsiedel unterkommen – vor allem Familien. Start ist kommende Woche mit zunächst 150 Asylbewerbern. Diese neue Erstaufnahmestelle des Landes ist allerdings bei vielen Einwohnern des Vorortes umstritten. Einsiedel würde die 42. Erstaufnahmeeinrichtung im Freistaat.

Fotos: Holm Helis, Ove Landgraf


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