Immer mehr Waffen: Die Sachsen rüsten auf!

Auch der Verkauf von Schreckschusswaffen boomt in Sachsen seit einigen Monaten.
Auch der Verkauf von Schreckschusswaffen boomt in Sachsen seit einigen Monaten.

Von Juliane Morgenroth und Dominik Brüggemann

Dresden - Sachsen rüstet auf: Die Zahl der waffenrechtlichen Erlaubnisse und der kleinen Waffenscheine ist 2015 massiv gestiegen. Vor allem in den letzten zwei Monaten. Das zeigt die neue Jahresstatistik des Innenministeriums.

Binnen Jahresfrist ist die Anzahl registrierter Schusswaffen in ganz Sachsen gestiegen. Zum Teil massiv: Etwa im Kreis Bautzen um 596 auf 13.404! Das teilte Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) auf Anfrage von Valentin Lippmann (Grüne) mit.

Drastische Zunahme auch bei den Sachkundeprüfungen, angezeigt durch Schießsportvereine. Diese sind Voraussetzung für eine waffenrechtliche Erlaubnis.

Ein Waffenhändler mit seiner Auslage: Die Sachsen rüsten mächtig auf.
Ein Waffenhändler mit seiner Auslage: Die Sachsen rüsten mächtig auf.

Im Jahr 2015 wurden 526 Prüfungen abgelegt - acht Mal so viel wie im Vorjahr!

Die Zahl der Erlaubnisse selbst stieg in Sachsen um 1.669 - allein 1.228 davon wurden im November und Dezember ausgestellt. Bei den kleinen Waffenscheinen gab es ein Plus von 1585.

Eine dramatische Entwicklung, so Lippmann: „Immer mehr Sachsen wollen offenbar an Waffen kommen. Dass die Zahlen in den letzten zwei Monaten des Jahres nochmals massiv angestiegen sind, zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zum massiven Schüren von Ängsten in unserer Gesellschaft.“

Auch in Dresden nimmt die Zahl der Waffenbesitzer deutlich zu, sie werden jedoch aus Personalmangel kaum kontrolliert, „da seit dem Herbst 2015 ein enormer Anstieg von Anträgen für den Kleinen Waffenschein zu verzeichnen ist“, so das Rathaus auf Anfrage der Stadträtin Kerstin Harzendorf (Grüne).

Lediglich bei 44 Besitzern wurde die Lagerung ihrer Schusswaffen kontrolliert. Zusätzlich werden Waffeninhaber alle drei Jahre auf ihre Zuverlässigkeit geprüft.

Liegen Hinweise vor, gibt’s auch spontane Prüfungen. In Dresden wurde elf Personen die Erlaubnis entzogen.

Fotos: imago


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