Schüsselerlebnis: Nehmt Ihr Klopapier von vorne oder hinten?

Jemand mit einem dringenden Bedürfnis wird zugreifen - egal, wie rum die Rolle hängt.
Jemand mit einem dringenden Bedürfnis wird zugreifen - egal, wie rum die Rolle hängt.  © Martin Gerten/dpa

Sachsen - Reden wir nicht lange um den heißen Brei - kommen wir gleich zum Geschäft und der Frage, wie rum die Klopapierrolle denn nun hängen muss, damit sie richtig rum hängt.

Auf der Toilette sind zwei Dinge von Bedeutung: Das Klopapier darf nicht fehlen. Und es muss in die richtige Richtung abgerollt werden.

Daraus ergibt sich wiederum: Greift Ihr von hinten oder vorne zu?

Nun sind die Zeiten, in denen sich unsere Ahnen noch alte Zeitungen um den Hintern gewischt haben, Gott sei Dank vorbei.

Modernes Toilettenpapier gibt es seit 1890. Die erste Rolle aus perforiertem Vlies brachte damals die Scott Paper Company in Philadelphia heraus. In Deutschland gründete Hans Klenk 1928 in Ludwigsburg die erste Toilettenpapierfabrik: Hakle.

In Deutschland werden laut einer aktuellen Schätzung des Start-ups "Happy Po" jährlich rund 2,5 Milliarden Rollen Klopapier verbraucht. Etwa 80 verschiedene Sorten gibt es hierzulande: Öko, blütenweiß oder bunt gefärbt, mit Bildern oder Texten bedruckt, parfümiert, feucht oder mit antibakterieller Wirkung. Dabei sanft zur Haut, möglichst reißfest bei Nässe und gut faltbar.

Meistens fein säuberlich auf Papphülsen aufgewickelt, bis zu fünf Lagen dick und etwa zehn Zentimeter breit. Die benötigte Papiermenge lässt sich dank Perforation leichter einteilen.

Stellt sich, wie gesagt, nur noch die Frage, wie rum soll die Rolle denn nun hängen?

In einigen Unternehmen und auch Hotels wurde eine clevere Lösung gefunden: Werbung aufdrucken - nach vorne abrollen. Die Sprüche sollen schließlich gut sichtbar sein. Der Zimmerservice faltet oft auch eine hübsche Spitze am - vorne - nach unten hängenden Ende. Damit wird dem Gast auch gezeigt: Hey, dein Klopapier wurde gewechselt.

Doch auch von hinten seine Vorzüge. Wer Ordnung liebt, versteckt zum Beispiel das Ende hinter der Rolle. Außerdem können verspielte Kleinkinder oder Haustiere das Papier nicht so schnell abrollen.

Übrigens ist am 19. November der Welt-Toiletten-Tag.
Übrigens ist am 19. November der Welt-Toiletten-Tag.  ©  Ralf Hirschberger/dpa

Wer jetzt noch sagt, es ist ihm egal, wie rum die Rolle hängt, den überzeugt vielleicht die Wissenschaft: 2014 wurde in Kasachstan, im Rahmen der 45. Internationalen Physik-Olympiade, ermittelt, dass der Kraftaufwand beim Ziehen an der Klopapierrolle geringer ist, wenn sie nach hinten hängt.

Dabei spielt zum Beispiel die Reibung zwischen dem Papier und der Wandoberfläche, meistens Kacheln, eine Rolle.

Aber auch, ob es sich um Öko-Klopapier oder weiches Tissue handelt. Sprich, die Materialbeschaffenheit. Fünf Lagen sind schließlich reißfester als eine. Wer die dicke Luxusvariante bevorzugt, sollte das lose Ende also nach hinten hängen lassen.

Hinzu kommt, dass nach vorne hängende dicke Blätter schneller hässlich abgerissen werden. Übereinandergelegt macht das dann optisch einfach nichts mehr her. Die "Falter" unter Euch werden das verstehen. Dem "Knüller" ist es egal.

Damit kommen wir zur letzten Kategorie: Knüller und Falter.

Die meisten Deutschen (78 Prozent) falten ihr Toilettenpapier. Nur acht Prozent knüllen es zu einer Art Papierballen. Ebenfalls acht Prozent wenden beide Methoden im Wechsel an.

Die restlichen sechs Prozent wickeln sich das Papier zum Abwischen um die Hand, Minimalisten verzichten auf das Säubern und Andere haben einfach noch nicht über ihre Abwisch-Gewohnheiten nachgedacht.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0