Nach Puppen-Skandal und Neonazi-Treffen: Erzgebirgs-Stadt wehrt sich gegen rechtes Image

Schwarzenberg - Schwarzenberg wehrt sich gegen Diffamirungen, die der Stadt ein rechtes Image unterstellen.

Vor einer Woche hing in Schwarzenberg eine "hingerichtete" Kinderpuppe von einer Brücke, einen Tag später trafen sich Anhänger der rechten Szene in der Stadt. Nun wehrt sich OB Heidrun Hiemer.
Vor einer Woche hing in Schwarzenberg eine "hingerichtete" Kinderpuppe von einer Brücke, einen Tag später trafen sich Anhänger der rechten Szene in der Stadt. Nun wehrt sich OB Heidrun Hiemer.  © Erzfoto, Uwe Meinhold

Etwa 250 bis 300 Anhänger der rechtsextremen Szene hatten sich am vergangenen Wochenende in der Erzgebirgsstadt getroffen und seitdem hagelt es Kritik.

Besonders ein Beitrag bei "Zeit Online" empörte die Schwarzenberger. Dort wurde die Stadt als Hochburg von Neonazis bezeichnet. So heißt es in dem Blog: "Seit 2013 hat die NPD auf den Straßen von Schwarzenberg im Erzgebirge das Sagen. [...] Was hier geschieht, ist der Beweis, dass es im Jahr 2018 in Schwarzenberg nicht besser geworden ist. Eher schlimmer."

In einer Pressemitteilung ergriff nun Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) das Wort und wehrte sich gegen die Unterstellungen. Der Verein "Freigeist e.V." habe die Veranstaltung bei den zuständigen Behörden angemeldet. "Die Stadt Schwarzenberg wurde zwar angehört, ein Veto gegen diese Veranstaltung und den Veranstaltungsort führte zu keinem Erfolg und so gab es einen entsprechenden positiven Bescheid", heißt es in der Mitteilung. Und weiter: "Die Teilnehmer an diesem 'Freigeistigen Sommerabend' kamen nicht nur aus der Region, sondern auch von weit außerhalb. Dies war gut sichtbar an den KfZ-Kennzeichen."

Bereits einen Tag vor der Veranstaltung von "Freigeist e.V." hatte es einen Vorfall in Schwarzenberg gegeben, der scheinbar in die rechtsextreme Richtung ging. Unbekannte hatten von der Eisenbahnbrücke über die B101 eine farbige Kinderpuppe gehängt (TAG24 berichtete). Bereits am Sonntag teilte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage von TAG24 mit, dass der Vorfall geprüft werde. Nun soll der Fall doch zur Prüfung zur Staatsanwaltschaft Chemnitz gehen.

Ob es einen Zusammenhang zwischen der Puppe und dem Treffen der rechtsextremen Szene gibt, ist noch unklar.

Titelfoto: Erzfoto, Uwe Meinhold