Sachsens Seniorenbund sauer über Taxifahrten für Asylbewerber

Symbolbild.
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Von Bernd Rippert

Leipzig/Kirchberg – Die Landesseniorenvertretung Sachsen ist empört über bezahlte Taxifahrten von Asylbewerbern zu Behörden und Ärzten.

"Das ist eine Ungleichbehandlung gegenüber Rentnern, die teilweise mit Grundsicherung leben und alles selbst bezahlen müssen", sagt Christel Demmler (74), Vorsitzender des Seniorenbundes aus Kirchberg bei Zwickau.

Die Seniorenvertretung aus Sachsen fährt scharfe Geschütze auf. "Während wir Rentner unsere Fahrten zu Ämtern selbst bezahlen müssen und die Krankenkassen längere Fahrten zu einer Facharztbehandlung selten übernehmen, werden Asylbewerber quer durch das Land chauffiert."

Das sei eine Diskriminierung der älteren Generation.

Die für Flüchtlingsfragen zuständige Landesdirektion bestätigte und verteidigt diesen Taxiservice. Durch die vielen Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen sei ein enormer zusätzlicher Transportbedarf entstanden, "für den Taxis notwendig waren und noch sind", erklärte eine Behördensprecherin in der "Leipziger Volkszeitung".

Symbolbild.
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Gegen diese Praxis protestiert auch die zweite sächsische Rentnervereinigung, der Landesseniorenbeirat. Dessen Vize Michael Wendelin (74) aus Leipzig nennt die Taxifahrten "eine selbstherrliche Entscheidung der Behörden".

In Einzelfällen habe die Seniorenvertretung nichts gegen Taxifahrten von Flüchtlingen einzuwenden. "Aber hier scheint es so zu sein, dass die Landesdirektion zu faul ist, eine Busbeförderung für die Ausländer zu organisieren", erklärt Michael Wendelin.

"Darüber bin ich sehr verwundert. Hier muss der Freistaat nach besseren Lösungen suchen."

Das sieht Christel Demmler genauso: "Wir müssen die Verantwortlichen darauf hinweisen, dass sie mit dieser Praxis den Unmut in der Bevölkerung weiter anheizen."

Während die Seniorenvertretung das Thema bald mit Politikern diskutieren will, sieht es mit einer Diskussion im Vorstand des Seniorenbeirats derzeit wohl schlecht aus.

Michael Wendelin: "Die Staatsregierung verhindert seit eineinhalb Jahren unsere vorgeschriebenen Sitzungen."

Fotos: dpa


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