Sachsen stecken über sechs Stunden in den Alpen fest: Gefährliche Rettung in der Dunkelheit

Ramsau - Über sechs Stunden mussten zwei Sachsen auf ihre lang ersehnte Rettung warten. Die beiden waren am Teufelskopf in Ramsau (Bayern) wandern.

Das Paar saß in einer brüchigen Rinne am Teufelskopf fest.
Das Paar saß in einer brüchigen Rinne am Teufelskopf fest.  © BRK BGL

Das Ehepaar war "einen zwar in der Karte eingezeichneten, aber im Gelände nur noch schwer oder gar nicht mehr zu findenden Steig in Richtung Teufelskopf aufgestiegen", wie das Bayerische Rote Kreuz Berchtesgadener Land mitteilte.

Gegen 16 Uhr setzten sie einen Notruf ab, weil sie in dem steilen, felsdurchsetzten Bergwald in einer brüchigen Rinne fest saßen.

Die Bergwacht in Ramsau konnte Kontakt zu dem Paar herstellen und schließlich das Handy orten. Das Problem: Es wurde zunehmend dunkler.

Und die Rettung gestaltete sich schwierig. Mit Geländewagen machten sich die Einsatzkräfte zunächst auf den Weg. Ein Trupp versuchte schließlich südlich zum Teufelskopf aufzusteigen, um die Sachsen von oben aus zu erreichen.

"Zwei Beobachtungsposten versuchten im Klausbachtal und mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) auf selber Höhe im gegenüberliegenden Ofental, mit guter Sicht zur Einsatzstelle die Mannschaft zum Licht der Verstiegenen zu lotsen", heißt es weiter. Ein zweiter Suchtrupp musste nachalarmiert werden.

Währenddessen kam der erste Trupp gegen 18.41 Uhr bei dem Paar an. Beide waren unverletzt, aber durch die Temperaturen stark unterkühlt.

Rettung nicht ungefährlich

Am Ende konnte das Paar nach unten abgeseilt werden.
Am Ende konnte das Paar nach unten abgeseilt werden.  © BRK BGL

"Ein Abtransport nach oben zum Gipfel und nach unten über die Rinne war geländebedingt zu riskant, weshalb der Einsatzleiter einen nachtflugtauglichen Hubschrauber mit Rettungswinde anforderte." Doch wegen des Bodennebels konnte die Polizei keinen Heli schicken. Und auch die Anfragen bei der Bundeswehr nach einer SAR-Maschine (Search and Rescue Maschine) aus Niederstetten in Baden-Württemberg sowie der österreichischen Polizei wurden abgelehnt.

"Wir tendierten dazu, die Rettung aufgrund des extremen Risikos im schwierigstem Bruch-Gelände zu unterbrechen", berichtet Bereitschaftsleiter Rudi Fendt.

Ein Ende der Rettung war also noch immer nicht in Sicht. Ein dritter Trupp sollte versuchen, die Rettung nach oben mittels einer Seilversicherung zu versuchen, währenddessen kam aber der zweite Trupp von unten an der Einsatzstelle an. Das Paar konnte gegen 20.45 Uhr schließlich an der Wandstufe abgeseilt werden, bis sie schließlich im Tal ankamen. Insgesamt waren 20 Einsatzkräfte an der Rettung beteiligt.

Bis 22.30 Uhr war die Bergwacht im Einsatz.

Der Teufelskopf liegt an der deutsch-österreichischen Grenze.
Der Teufelskopf liegt an der deutsch-österreichischen Grenze.  © Screenshot/Google Maps

Titelfoto: BRK BGL

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