Sachsen spart jetzt seine Denkmäler kaputt

Der Jurist und Kunsthistoriker Wolfram Günther (43,Grüne) schlägt Alarm.
Der Jurist und Kunsthistoriker Wolfram Günther (43,Grüne) schlägt Alarm.  © Daniel Förster, Uwe Meinhold, Petra Hornig, Ove La

Dresden - Strahlender Himmel zum Tag des offenen Denkmals, düstere Wolken über dem sächsischen Denkmalschutz: Das Land plant für den kommenden Haushalt massive Kürzungen bei Denkmalschutz-Zuschüssen. Die Grünen im Landtag sind entsetzt.

„Die aktuelle Situation der sächsischen Denkmalpflege ist dramatisch“, sagt Wolfram Günther (43), Fach-Sprecher der Grünen-Fraktion, zum Thema. 

Sein Fazit beruht darauf: Laut Haushaltsentwurf für 2017/18 werden die Fördermittel stark gekürzt.

So schrumpfen die Sonderzuschüsse für besondere Kulturdenkmale ab 2017 von 8 Mio. Euro/Jahr auf 4,8 Mio. Euro. Das eingesparte Geld soll als Kofinanzierung für das Sonderprogramm Denkmalpflege des Bundes aufgehoben werden. 

„Ob diese Mittel aber wirklich verbraucht werden, bleibt völlig unklar“, zweifelt Günther und verweist auf die nächste Streichung: „Das Landesprogramm für den Erhalt von Kulturdenkmalen soll ab 2017 ersatzlos eingestellt werden.“ Es ist für Private und Kommunen! Hätten 2008 noch 12 Mio. Euro zur Verfügung gestanden, sei ab 2017 nix mehr vorgesehen. Gerade engagierte private Eigentümer würden so allein gelassen.

Sachsens Fach-Minister Markus Ulbig (52, CDU) verspricht nun zumindest das Bemühen um mehr Denkmalschutzgelder als jetzt im Haushalt aufgeführt sind.

Minister Markus Ulbig (52, CDU) weiß um die Probleme. Schloss Rothschönberg bei Klipphausen muss dringend (weiter)saniert werden. 
Minister Markus Ulbig (52, CDU) weiß um die Probleme. Schloss Rothschönberg bei Klipphausen muss dringend (weiter)saniert werden. 

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