Jeder zehnte Sachse bricht Schule ab!

Schlechte Karten für die „Internationalen Gärten“

Sachsens Mädchen und Jungen sind gespalten: Unser Bildungssystem bringt Spitzenleistungen hervor - aber auch besonders viele Schulversager, die ohne Abschluss bleiben.
Sachsens Mädchen und Jungen sind gespalten: Unser Bildungssystem bringt Spitzenleistungen hervor - aber auch besonders viele Schulversager, die ohne Abschluss bleiben.

Von Mandy Schneider

Dresden - Werden in Sachsen die Dummen einfach aussortiert? Ob PISA-Studie oder Bildungsmonitor - bei Leistungsvergleichen schneiden Sachsens Schüler spitzenmäßig ab. Gleichzeitig bleibt etwa jeder zehnte Schulabgänger ohne Abschluss.

Das sind rund doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. In Leipzig ist es sogar jeder siebte, in Chemnitz jeder achte Schüler. Im jüngsten Zukunfts-Ranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) landeten Leipzig mit 14,4 Prozent und Chemnitz mit 13 Prozent Schulabbrechern auf den traurigen Spitzenplätzen.

In Dresden lag die Quote bei 8,6 Prozent. Peter Lorenz (53), der Vorsitzende des Landeselternrats (LER), sieht einen Zusammenhang zwischen positiven und negativen Spitzenwerten:

Peter Lorenz (53) vom Landeselternrat setzt auf Gemeinschaftsschulen und bessere Chancen für Förderschüler.
Peter Lorenz (53) vom Landeselternrat setzt auf Gemeinschaftsschulen und bessere Chancen für Förderschüler.

„In Sachsen herrscht ein eisenhartes System, das die Kinder frühzeitig nach Leistung trennt. Wir sind das einzige Bundesland, das Schüler in Förderschulen aussortiert. Das sind 5,6 Prozent der Kinder, die gar keine Chance auf einen Abschluss haben. Wir brauchen mehr Inklusion und passgenaue Förderung dieser Schüler.“

Denn ohne Abschluss sinken auch die Chancen auf eine Lehrstelle rapide.

„Die Hälfte bis zwei Drittel der Förderschüler könnten wir in eine Ausbildung bringen, wenn sie ein Abschlusspapier erhalten, das ihre Stärken dokumentiert. Dazu laufen gerade Gespräche mit Handwerkskammern und IHK“, so Lorenz.

Mit Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes im nächsten Jahr sollen in Sachsen erstmals Gemeinschaftsschulen möglich sein geben - mit Unterricht für Kinder von der 1. bis zur 12. Klasse.

Bei Leistungsstudien wie PISA sind Schüler aus Sachsen regelmäßig spitze.
Bei Leistungsstudien wie PISA sind Schüler aus Sachsen regelmäßig spitze.

Fotos: imago/Gerhard Leber, dpa/ Roland Mühlanger, Uwe Meinhold


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