640 Computer-Attacken: Hacker-Großangriff auf Sachsen

Stadtsprecher Mathias Merz (46).
Stadtsprecher Mathias Merz (46).

Von M.Friedemann

Zwickau/Plauen - Behörden im Hacker-Visier: 640 Angriffe pro Tag erfährt das Datennetz der Stadt Zwickau. Die Mehrheit, satte 86 Prozent (550 Angriffe), wird per E-Mail gestartet.

Spam-Mails kennt jeder, auch Anhänge unbekannter Absender sollten nicht geöffnet werden. Denn damit können Angreifer System-Zugriff erlangen. Besonders pikant bei offiziellen Einrichtungen, die sensible Bürgerdaten verarbeiten.

„Das sächsische Verwaltungsnetz ist seit 2012 nachweislich Ziel ,Elektronischer Angriffe‘, die auch einen nachrichtendienstlichen Hintergrund haben können“, heißt es im letzten Verfassungsschutzbericht.

Heißt: Nicht nur Computer-Nerds, sondern auch staatliche Hacker suchen gezielt nach Informationen.

640 Computer-Attacken durch Hacker muss die Zwickauer Verwaltung täglich ertragen.
640 Computer-Attacken durch Hacker muss die Zwickauer Verwaltung täglich ertragen.

So soll der syrische Geheimdienst Daten über geflohene Bürger ausspähen, um sie oder ihre Familien in der Heimat erpressen zu können. Chinesische und russische Hacker dagegen bevorzugten eher Wirtschaftsspionage.

Andere Hacker mögen Muskelspiele, wollen ihre Macht zeigen. Eine rechte türkische Gruppe namens „Akincilar“ (Sturmreiter) kaperte im September 2014 die Webseite des Vogtlandkreises. Und noch bis Ende letzter Woche waren über Google interne Dokumente des Landratsamts auffindbar.

Offizielle Plauener Pannenbegründung: Ein Stromausfall Ende September verursachte das Leck, Datenrechner nahmen Schaden.

In Zwickau hält die Firewall noch. „Bisher sind keine Schäden entstanden“, so Stadtsprecher Mathias Merz (46). Die Schutzmaßnahmen kosten die Verwaltung jährlich allein 60.000 Euro an Softwarelizenzen und Wartung.

Die Stadt betreibt 160 Server, die Daten bereitstellen.

Fotos: Uwe Meinhold


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