Sachsens Tourismus-Ministerin Barbara Klepsch zieht in die DDR-Post

Dresden - Die erste "Kenia"-Regierung für Sachsen (TAG24 berichtete) hat einige neue Ministerien hervorgebracht. Weil jedoch der Platz im Dresdner Regierungsviertel knapp ist, muss die Verwaltung auch ungewöhnliche Objekte anmieten.

Barbara Klepsch und ihre neuen Mitarbeiter ziehen in die ehemalige Hauptpost der DDR.
Barbara Klepsch und ihre neuen Mitarbeiter ziehen in die ehemalige Hauptpost der DDR.  © Steffen Füssel

So residiert die frisch gekürte Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch (54, CDU) in der ehemaligen DDR-Hauptpost nahe dem Neustädter Bahnhof. Doch das ist nur eine Zwischenstation.

Auch das Internet hat sich noch nicht umgewöhnt: Wer nach Klepsch sucht, findet die Politikerin mal als Sozialministerin, mal bereits als untergeordnete Staatsministerin im Wissenschaftsministerium.

Zwei Dienstadressen sind angegeben, die aber beide nicht stimmen: Weder residiert die CDU-Landesvize an der Albertstraße in einem Plattenriegel, noch in der Wigardstraße.

Ihren neuen Sitz hat die degradierte Ministerin an der B97 (Königsbrücker Straße 21). Ein Betongebäude im DDR-Schick der Internationalen Moderne.

Gebaut wurde es 1962-64. Architekt war unter anderen Kurt Nowotny (1908-1984), der damals auch die Haupt-Post von Leipzig am heutigen Augustusplatz schuf. Dort befindet sich inzwischen ein Hotel.

Die ehemalige DDR-Hauptpost von Dresden im Stadtteil Neustadt.
Die ehemalige DDR-Hauptpost von Dresden im Stadtteil Neustadt.  © SLUB/Deutsche Fotothek

Bislang gab es das Ministerium für Wissenschaft und Kunst, geführt von Eva-Maria Stange (62, SPD), die auf eigenen Wunsch aufhörte.

Nun wird das Haus neu strukturiert: Am Stammsitz in der Wigardstraße im Regierungsviertel blieb die Wissenschaft. Minister ist Sebastian Gemkow (41, CDU).

Klepsch führte bislang Soziales und Gesundheit mit dem Unterministerium Gleichstellung von Petra Köpping (61, SPD). Die hat nun mit Sozialem und Gesellschaftlichem Zusammenhalt ein richtiges Haus, darf raus aus einem Hinterhof in der Neustadt.

Auch Klepsch zieht bald wieder um: Es geht auf die Altstädter Seite in die ehemalige Bundesbank an der Synagoge. 1928-30 als Reichsbank erbaut bietet die Immobilie viel Büroraum.

Im Keller wäre Platz für Akten und künstlerische Performances - in original erhaltenen Tresorräume.

Der künftige Ministersitz: die ehemalige Bundesbankfiliale im Zentrum von Dresden.
Der künftige Ministersitz: die ehemalige Bundesbankfiliale im Zentrum von Dresden.  © Ove Landgraf
Im Keller der ehemaligen Bank ist viel Platz - für Akten oder Tanzperformances.
Im Keller der ehemaligen Bank ist viel Platz - für Akten oder Tanzperformances.  © Christian Suhrbier

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