TU-Experte sicher: Schlimmste Käfer-Plage seit dem Krieg

Dresden - Stürme, Dürre und Hitze haben eine extreme Borkenkäferplage in Sachsens Wäldern befördert. Laut staatlicher Forstverwaltung summiert sich die Menge an Schadholz auf mittlerweile knapp zwei Millionen Kubikmeter.

Ein umgeknickter Baum liegt im Zellwald bei Freiberg. Das Hitzejahr 2018 hat Sachsens Wälder extrem geschwächt, jetzt greift der Borkenkäfer an.
Ein umgeknickter Baum liegt im Zellwald bei Freiberg. Das Hitzejahr 2018 hat Sachsens Wälder extrem geschwächt, jetzt greift der Borkenkäfer an.  © Jan Woitas/dpa

"Wir sehen die stärkste Massenvermehrung mindestens seit Ende des Zweiten Weltkrieges", sagt Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden.

Das Trockenjahr 2018 habe die Population beim Großen Buchdrucker, der Fichten befällt, explodieren lassen. "Abhängig von Temperatur und Tageslänge konnte er drei statt normalerweise zwei Generationen hervorbringen", so Müller. Das seien statt 1000 Nachkommen pro Elternpaar im Jahr 20. 000 und mehr.

Die befallenen Bäume müssten so schnell wie möglich verarbeitet und aus dem Wald geschafft werden, damit Insekten, die sie schon besiedeln, nicht rauskommen, so der Experte.

Weitere Optionen: beregnen, ganz im Wasser oder so lagern, dass die Insekten nicht zurückfliegen können - oder die Behandlung mit Insektiziden als letzte Option.

So sieht der derzeit größte Feind der sächsischen Waldbesitzer aus: Ein Borkenkäfer krabbelt über eine Fichte.
So sieht der derzeit größte Feind der sächsischen Waldbesitzer aus: Ein Borkenkäfer krabbelt über eine Fichte.  © Matthias Hiekel/dpa

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