"Big Brother" in Voigtsdorf: Zoff um Videoüberwachung

Dorfchemnitz - Tagelang wurden die Voigtsdorfer beim Spaziergang von zwei Kameratürmen belästigt (TAG24 berichtete).

Zwei Kameratürme belästigten die Voigtsdorfer beim Spazierengehen mit lauten Ansprachen. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte nannte das Vorgehen "unzulässig".
Zwei Kameratürme belästigten die Voigtsdorfer beim Spazierengehen mit lauten Ansprachen. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte nannte das Vorgehen "unzulässig".  © Detlev Müller

Damit ist nun Schluss. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig (59) nannte die Videoüberwachung in einem Schreiben "zweifellos unzulässig". Die zuständige Sicherheitsfirma Bauwatch hat Fehler eingeräumt.

Immer wieder gingen am Dörnthaler Weg seltsame Dinge vor sich. Eine Lautsprecheranlage drohte Passanten mit der Polizei, Kameras filmten ohne Abzäunung öffentliche Bereiche. Anwohner Detlev Müller (54) war genervt. Bei ihm schlug das Sicherheitssystem viermal Alarm, obwohl er sich auf dem Feldweg befand.

Mit seiner Beschwerde beim Datenschutz gelang ihm nun der Durchbruch. Im Antwortschreiben erklärte ein Referent des Sächsischen Datenschutzes die Videoüberwachung für unzulässig. "Ich sehe mein Anliegen dadurch bestätigt", sagt Müller. Eine Firma, die aktuell für den Baustellenplatz zuständig ist, habe die Kameras ohne das Wissen von Bauwatch umgesetzt. Die Voreinstellungen der Kameras wurden am neuen Standort beibehalten. So kam es zur Fehlfunktion. Laut dem Schreiben wurden alle Videoaufnahmen im Rahmen der Fehlalarme "umgehend gelöscht". Die Voigtsdorfer können ab sofort wieder ungestört spazieren gehen.

Hintergrund der Videoüberwachung an besagtem Rohrlager ist eine Pipeline, die vom Ferngasnetzbetreiber Gascade von der Ostsee bis nach Tschechien verlegt wird.

Mobile Kameratürme von Bauwatch sollen Baugut vor Dieben schützen.

Wie sich herausstellte, waren die Kameras nach einem Standortwechsel falsch justiert und somit fehlerhaft. Der Betreiber lenkte ein und korrigierte. Nun hat der Spuk ein Ende.
Wie sich herausstellte, waren die Kameras nach einem Standortwechsel falsch justiert und somit fehlerhaft. Der Betreiber lenkte ein und korrigierte. Nun hat der Spuk ein Ende.  © Detlev Müller