Sachsens Linke in der Krise: Jetzt kracht es gewaltig!

Dresden - Nach dem Desaster bei der Landtagswahl (-8,5 Prozentpunkte) kracht es bei Sachsens Linken: Es gibt erste Rücktrittsforderungen an die Parteispitze - die Rede ist von einer "existenziellen Krise".

Der Spitzenkandidat und bisherige Fraktions-Chef der Linken: Rico Gebhardt (56).
Der Spitzenkandidat und bisherige Fraktions-Chef der Linken: Rico Gebhardt (56).  © Gregor Fischer/dpa

10,4 statt 18,9 Prozent vor fünf Jahren: Die Linke schnitt in Sachsen (und auch Brandenburg) so schwach ab wie seit 1990 nicht mehr. Nicht nur der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (42) fordert den Rücktritt der Landespitze um Partei-Chefin Antje Feiks (40).

17 Vertreter landesweiter Linke-Zusammenschlüsse rechnen mit der Parteispitze ab: Der Wahlausgang sei katastrophal, der Wahlkampf von gravierenden Fehlern geprägt: Nicht nur seien die Plakate mit ihren Sprachspielen murks und unverständlich für den Normalbürger gewesen.

"Das Spitzenpersonal übte sich in Sandkastenspielen." Die Linke habe sich von sozial Benachteiligten kulturell entfremdet. Interne Debatten seien unterdrückt worden, der Umgang der Parteispitze mit dem Ergebnis frei von Selbstkritik. Das werde der Dramatik der Lage nicht gerecht.

Fraktions-Chef Gebhardt schweigt zu seiner Personalie

Partei-Chefin Antje Feiks (40).
Partei-Chefin Antje Feiks (40).  © Gregor Fischer/dpa

Der Spitzenkandidat und bisherige Fraktions-Chef Rico Gebhardt (56) hat sich zu seiner persönlichen Zukunft noch nicht geäußert. Am 17. September aber will die neue Fraktion ihre Chefs wählen. Vorher, am 12./13. September soll es eine Klausur zur künftigen Ausrichtung der Fraktion geben.

Gebhardt forderte seine Partei aber zur "Behutsamkeit" beim Umgang miteinander auf. Es gehe jetzt erstmal darum, die Wiederwahl von Bodo Ramelow (63) in Thüringen zu sichern.

Auch die Leipziger Linke- Abgeordneten Juliane Nagel (40) , Franz Sodann (46) und Marco Böhme (29) sind aus diesem Grund für Zurückhaltung: „Im November ist Parteitag und wie in unserer Partei üblich, kann jede und jeder dort kandidieren.“

Auch Feiks und Landesgeschäftsführer Thomas Dudzak (34) wollen vor der Thüringen-Wahl keinen allzu öffentlichen Streit. Aber: "Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Linken insgesamt."

Rücktrittsforderungen erteilten sie eine Absage: Sie hätten die Verantwortung, nicht davonzulaufen, sondern den Neuanfang mitzugestalten.

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