Wie stürmisch wird der Herbst denn noch in Sachsen?!

An der Talsperre Koberbach verwüstete eine Windhose einen Campingplatz.
An der Talsperre Koberbach verwüstete eine Windhose einen Campingplatz.  © Bernd März

Dresden/Chemnitz - Erst Xavier, dann Herwart: Schon zwei heftige Herbststürme tobten über Sachsen, richteten zahlreiche Schäden an. Kann es sein, dass die Sturmsaison in diesem Jahr heftiger ist als sonst? Gibt’s deshalb auch einen strengen Winter? TAG24 hat bei einem Wetterexperten nachgefragt.

„Der Herbst ist nun mal die klassische Sturmsaison“, sagt Meteorologe Florian Engelmann (29, Deutscher Wetterdienst in Leipzig).

„Schuld sind die großen Temperaturschwankungen. Der Sonnenstand verändert sich, die Temperaturen in Äquatornähe bleiben nahezu gleich, aber in den polaren Gebieten sinken sie. So entstehen Tiefdruckgebiete, aus denen Orkantiefs werden können.“

Ob sich irgendwo ein neuer Orkan entwickelt, der auch Sachsen gefährlich werden kann, ist meist schwer abzuschätzen.

Meteorologe Florian Engelmann (29) vom Deutschen Wetterdienst gibt für die 
kommenden Tage Entwarnung.
Meteorologe Florian Engelmann (29) vom Deutschen Wetterdienst gibt für die kommenden Tage Entwarnung.  © Ralf Seegers

„Aus jedem Tief kann ein solcher Sturm werden, und wenn es bereits mehrere Stürme gab, ist die Wahrscheinlichkeit für neue natürlich höher“, so Engelmann. Er erinnert sich: „Im letzten Jahr kamen die Stürme erst im Dezember.“

In den kommenden Tagen steht uns erstmal kein Orkantief ins Haus. „Soweit sich das absehen lässt, erwarten wir im Tiefland Windgeschwindigkeiten zwischen 6 bis 7, auf dem Fichtelberg kann es auch Winde zwischen Stufe 8 bis 9 geben“, sagt der Experte.

Übrigens: Ein drohender Jahrhundertwinter lässt sich aus den starken Herbststürmen nicht automatisch ableiten, meint Engelmann.

„Wenn die aktuelle Atlantikluft vorbeizieht, könnte es einen heftigeren Winter geben. Wenn sie noch bleibt, wird es eher unbeständig.“

Auch an Gebäuden gab es viele Schäden, so wie hier in Görlitz. Das Dach eines 
Küchenstudios wurde von den Orkanböen abgedeckt.
Auch an Gebäuden gab es viele Schäden, so wie hier in Görlitz. Das Dach eines Küchenstudios wurde von den Orkanböen abgedeckt.  © Danilo Dittrich
Entwurzelte Bäume, abgeknickte Äste: Die Feuerwehren waren bei den letzten 
heftigen Stürmen im Dauereinsatz.
Entwurzelte Bäume, abgeknickte Äste: Die Feuerwehren waren bei den letzten heftigen Stürmen im Dauereinsatz.  © Andreas Kretschel

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