Sachsen will Borkenkäfer nun mit Sex-Fallen stoppen

Dresden/Pirna - So klein und doch so gemein wie schädlich: Sachsens Wälder ächzen unter der größten Borkenkäfer-Plage seit Beginn der Aufzeichnung 1946.

Forstamtsleiter Mario Erdmann (50) markiert bei Wermsdorf geschädigte Bäume.
Forstamtsleiter Mario Erdmann (50) markiert bei Wermsdorf geschädigte Bäume.  © Holm Helis

Aktuell sind 340.000 Kubikmeter Fichtenholz von den Tierchen befallen, heißt es aus dem Staatsbetrieb Sachsenforst. Sex-Fallen sollen die Plage beenden.

Insbesondere Fichten im Hügelland und den Mittelgebirgen sind von den Käfern betroffen. "Und ein Ende ist nicht abzusehen", klagen die Förster und Waldarbeiter.

Laut Sachsenforst-Führung wird bis zum Frühjahr sogar noch mit einer Verdoppelung gerechnet. Inzwischen arbeiten die Forstleute mit selbst entwickelten Fallen aus käfereigenen Sexual-Lockstoffen. Dort hinein "tappen" die Schädlinge. Parallel schaffen die Forstleute befallene Bäume im Eilverfahren aus den Wäldern.

Grund für das massenhafte Auftreten der Tierchen ist übrigens ein Mix aus Sturmschäden und Trockenheit. Wegen der Trockenheit bildeten die Bäume wenig Harz zur Abwehr. Damit konnten sich allein 2018 drei Generationen samt Geschwisterbruten vermehren.

Das geht so: Ein überwintertes Käferpärchen kann je Sommer fast 100.000 Nachkommen hervorbringen! Macht pro Saison und Käferpaar 400 befallene Bäume ...

Mit Sex-Fallen gegen die Käferplage. Sachsens Forstleute haben sich spezielle Vorrichtungen ausgedacht, mit denen sie den Horden Herr werden. Dafür setzen sie Duftstoffe der Tiere ein. Hier Fallen im Forst bei Tharandt.So klein und doch so gemein: Borkenk
Mit Sex-Fallen gegen die Käferplage. Sachsens Forstleute haben sich spezielle Vorrichtungen ausgedacht, mit denen sie den Horden Herr werden. Dafür setzen sie Duftstoffe der Tiere ein. Hier Fallen im Forst bei Tharandt.So klein und doch so gemein: Borkenk  © dpa/Matthias Hiekel
Mit Sex-Fallen gegen die Käferplage. Sachsens Forstleute haben sich spezielle Vorrichtungen ausgedacht, mit denen sie den Horden Herr werden. Dafür setzen sie Duftstoffe der Tiere ein. Hier Fallen im Forst bei Tharandt.
Mit Sex-Fallen gegen die Käferplage. Sachsens Forstleute haben sich spezielle Vorrichtungen ausgedacht, mit denen sie den Horden Herr werden. Dafür setzen sie Duftstoffe der Tiere ein. Hier Fallen im Forst bei Tharandt.  © Norbert Neumann

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