So viel verdient Sachsen an der Europameisterschaft

Der Zelthersteller Eschenbach betreibt in Mühlau eine Sattlerei. Dort wurden die Außenflächen der EM-Großzelte konfektioniert.
Der Zelthersteller Eschenbach betreibt in Mühlau eine Sattlerei. Dort wurden die Außenflächen der EM-Großzelte konfektioniert.

Von Pia Lucchesi

Lille/dresden - Sonntag Abend greift die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Lille ins Turnier um die Europameisterschaft ein. Das ganze Land drückt die Daumen für den Sieg! Viele sächsische Firmen haben bereits bei dieser EM gewonnen:

Sie sind als Zulieferer oder Ausstatter in Frankreich dabei und im „Spiel“. Weitere Betriebe hoffen als erfahrene Routiniers oder starke Talente auf ihre Nachnominierung.

Der Zelthersteller Eschenbach , der in Mühlau bei Chemnitz ein Werk besitzt, war schon lange vor der deutschen Elf nach Lille gereist, um dort Großzelte aufzubauen. Olaf Schoch vom Eschenbach-Marketing: „An fast allen EM-Stadien stehen unsere Zelte, werden dort für Fanartikel genutzt. Zudem tragen die Fanmeilen unsere Handschrift.“

Der Strumpffabrikant Denny Sieber zeigt mit seiner Mitarbeiterin Nadine Rixer eine Auswahl an Fußballstutzen.
Der Strumpffabrikant Denny Sieber zeigt mit seiner Mitarbeiterin Nadine Rixer eine Auswahl an Fußballstutzen.

Insgesamt 81 Großzelte lieferte die Firma zu dem Event. „Ein absoluter Prestigeauftrag“, sagt Schoch.

Die Sieber Sport Strumpffabrik aus Hopfgarten (bei Wolkenstein) produziert Fußballstutzen für namhafte Sportartikelhersteller, die auch zahlreiche Nationalmannschaften ausstatten.

Welche genau, kann und darf Geschäftsführer Denny Sieber nicht verraten.

Der Strumpf-Experte wird die TV-Übertragungen der EM-Spiele zum Kunden-Studium und zur Produktanalyse nutzen.

„Wie ziehen die Spieler die Strümpfe an? Wo werden unsere Stutzen besonders belastet? Dabei kommen mir immer neue Ideen zur Weiterentwicklung unserer Produkte“, erklärt Sieber, der 20 Mitarbeiter beschäftigt.

Juniorchef Danny Rass (24) mit Fußballschuhen aus eigener Produktion.
Juniorchef Danny Rass (24) mit Fußballschuhen aus eigener Produktion.

Die Namen seiner prominenten Kundschaft darf auch Tom Rass (53) nicht nennen. Der Spezialschuh-Hersteller aus Schönheide (bei Stützengrün) berichtet aber: „Mittlerweile machen Fußballschuhe 30 Prozent unserer Produktion aus.“

Rass genießt bei Sommer- wie Wintersportlern einen exzellenten Ruf, denn er kann nicht nur „Deppen“ und Sportschuhe nach Maß anfertigen sondern auch an persönliche, medizinische Bedürfnisse anpassen.

Die Firma SachsenFahnen aus Kamenz hat zu Jahresbeginn die Produktion von Deutschlandfahnen, Fanschals und -artikeln hochgefahren. Wo schwarz-rot-goldenes Fan-Zubehör in diesen Tagen weltweit zum Einsatz kommt, können die Kamenzer nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Vertriebswege sind zu verschlungen.

Das tragen echte Fans! In Kamenz fertigt die Firma SachsenFahnen Schals und Fahnen.
Das tragen echte Fans! In Kamenz fertigt die Firma SachsenFahnen Schals und Fahnen.

"Wir wissen nur aus Erfahrung: Je weiter unsere Jungs kommen, desto mehr Nachbestellungen trudeln bei uns ein", berichtet Firmen-Sprecherin Silke Otto.

Im „Ersatzkader-Kreis“ für die Euro 2016 laufen sich mehrere Firmen warm.

Der Flutlichtanlagen-Bauer Likom aus Zeithain (bei Riesa) gehört dazu. Likom-Geschäftsführer Bernhard Greve (56): „2006 vor der Fußball-WM in Deutschland haben wir alle Scheinwerfer-Systeme in den Stadien getunt und turniertauglich gemacht.“

Er bedauert sehr, dass er und seine fünf Mitarbeiter bisher keine EM-Aufträge gewinnen konnten. Greve tröstet sich mit anderer Arbeit: „Im Moment plane ich die Flutlichtanlage für das neue Auer Stadion.“

Energisch am Ball sind auch die Stickerei Buschmann + Schwarz aus Annaberg-Buchholz (Wimpel, Embleme, Fahnen) und der Spezialist für Zäune, Toranlagen sowie Ballfangnetze Schwind aus Crottendorf im Erzgebirge. Chefin Katja Schwind (40): „Wir haben Fußballplätze in ganz Deutschland ausgebaut und gesichert.“

Wirtschaftliche Erfolge an der Seine würde auch gern Schröder Designverpackung aus Falkenau (bei Flöha) eintüten. Der Betrieb fertigt Kunststofftragetaschen für die Fanshops großer Fussballvereine.

Borussia Dortmund, der VfL Bochum, Dynamo Dresden, der FC Erzgebirge Aue und der Chemnitzer FC ordern bei ihm.

Katja Schwind (40) mit ihren Angestellten Romy Ullmann (31) und Jana Graupner (38) auf dem Sportplatz der Grundschule Grünhain, den die Firma eingezäunt hat.
Katja Schwind (40) mit ihren Angestellten Romy Ullmann (31) und Jana Graupner (38) auf dem Sportplatz der Grundschule Grünhain, den die Firma eingezäunt hat.
Manfred Vogt leitet die Produktion bei Schröder Designverpackung in Falkenau. Dort lässt u.a. der BVB seine Tragetaschen herstellen.
Manfred Vogt leitet die Produktion bei Schröder Designverpackung in Falkenau. Dort lässt u.a. der BVB seine Tragetaschen herstellen.

Fotos: PR, Maik Börner, Toni Söll


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