20 Mio. Besucher: 7 Gründe, warum alle nach Sachsen wollen

Sachsen - Sachsens Tourismusbranche feierte 2017 ein Rekordjahr. Erstmals zählte man mehr als 19 Millionen Übernachtungen im Freistaat. Exakt waren es gar stolze 19.513123! Ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nun greifen die Tourismus-Macher nach den Sternen: In diesem Jahr soll die 20-Millionen-Marke geknackt werden. Bisher läuft es super - und dafür gibt es sieben gute Gründe.

© Sean Pavone

Kurzreise-Trend kommt uns zupass

Lieber kürzer, dafür öfter: Dieses Motto geben immer mehr Menschen aus, wenn sie ihre Ferien planen.

Der Trend zu "Urlaubs-Häppchen" schmeckt den heimischen Hoteliers. Die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen vermarktet den Freistaat weltweit als "Deutschlands Kulturreiseziel Nr. 1".

Und tatsächlich ziehen die klangvollen Namen von Spielstätten mit Weltrang, renommierten Klangkörpern, Ensembles, Festivals sowie Museen und Ausstellungen Besucher aus aller Welt an.

Jeder achte Sachsen-Gast kam 2017 aus dem Ausland. Typisch für Kulturreisende: Sie bevorzugen Kurzreisen, um ihre Synapsen zu stimulieren.

© Andreas Weihs

Gute Werbung

Wie abschreckend für Touristen negative Schlagzeilen sein können, sah man 2015. PR-Strategen legten sich danach mächtig ins Zeug, um Sachsens ramponiertes Image aufzupolieren.

Sie taten dies mit bemerkenswertem Erfolg. Der Sachsen-Stand erhielt im März auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) einen silbernen Oscar. Die Kampagne "So geht sächsisch" gewann mit dem Clip "Und wovon träumst Du?" Gold beim ITB-Wettbewerb "Goldenes Stadttor". Der Film ist eine romantische Hommage an den Filmklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Seit seiner Premiere im November 2017 wurde der 3,5-minütige Streifen auf Facebook und Youtube über eine Million Mal angeklickt.

Nischen werden bedient

Sachsen punktet stark in den Nischen auf dem heiß umkämpften Tourismus-Markt. Die Fremdenverkehrs-Macher kreieren mit viel Liebe seit Jahren Reise-Spezials für Gäste mit besonderen Interessen und Bedürfnissen.

Dabei haben sie Motorrad-Fans, Wanderfreunde, Eisenbahn-Liebhaber oder Radler ebenso im Blick wie Hobby-Drechsler oder Uhren-Sammler. Den Profi-Urlaubs-Planern spielt dabei in die Hände, dass Sachsen eine außerordentlich hohe Dichte an Kultur- und Naturschätzen besitzt und Traditionen sowie Baudenkmäler hierzulande gepflegt werden.

Das Tourismus-Zugpferd Dresden profitiert zudem von seiner Lage - auf halber Strecke zwischen den internationalen Top-Destinationen Berlin und Prag.

© Marek Kijevský

Die Konjunktur brummt

Deutschlands Wirtschaft steht super da. Eine Krise ist (bislang) nicht in Sicht. Das hebt die Stimmung.

Das Gros der Arbeitnehmer im ganzen Land blickt optimistisch in die Zukunft. Sie erleben eine gute Zeit mit geringer Arbeitslosigkeit, guter Lohnentwicklung und Perspektiven. Konsum-Laune!

Das spürt nicht nur der Einzelhandel, sondern auch das Beherbergungsgewerbe und die Gastronomie. Wellness, Ausflüge, Genuss-Momente - die Leute geben wieder mehr Geld aus.

Laut einer Umfrage der Noris-Bank planen 2018 knapp 35 % aller Deutschen eine größere Reise. Das sind doppelt so viele wie 2017.

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Nahe Ziele sind "in"

Weit, weiter, am weitesten - das war einmal ein Reisetrend, dem die Deutschen verfallen waren. Die Betonung liegt dabei auf WAR.

Heute machen die Deutschen am liebsten Urlaub im eigenen Land. Gerne auch, wie im Fall der Sachsen, direkt vor der Haustür. Motto: "Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah."

Travel-Forscher und Soziologen erklären das Comeback der Heimat als Urlaubsziel so: Für den Urlaub im eigenen Land sprechen aus Verbrauchersicht kurze Anreisewege, vertraute Standards und gewohntes Essen.

Stress wegen mangelnder Sprachkenntnisse, Klimaveränderungen oder Zeitverschiebungen kommt dabei nicht auf. Das wissen immer mehr Menschen aller Altersgruppen zu schätzen.

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Weniger Negativ-Schlagzeilen

Die Zeit hat für Sachsen gearbeitet. Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung jenseits der Landesgrenzen steht der Freistaat nicht mehr für Exzesse rechter Gewalt, Ausländerfeindlichkeit und Bürgerproteste wie etwa die Pegida-Bewegung.

2015 war das noch so. Damals brach der Tourismus - vor allem in Dresden, aber auch in Chemnitz - drastisch ein. Ganz anders das erste Quartal 2018. Von Januar bis April registrierte man Steigerungen von 4,9 % (gegenüber Vorjahr) bei den Übernachtungen und 6,1 % bei den Ankünften.

Die höchsten Zuwächse vermeldeten dabei die Sächsische Schweiz, das Vogtland und das Erzgebirge. Sie profitierten von einer sehr guten Wintersport-Saison.

© Sebastian Kahnert

Brückentage

Danke, Petrus! Der Winter in den sächsischen Mittelgebirgen trug ein weißes, ordentliches Schneekleid. Die Wintersportler kamen auf ihre Kosten. Als er ging, schickte der Sommer heiße Grüße, kam dann, um zu bleiben.

Das bescherte dem Land sonnige Tage um den Maifeiertag, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Das stabile Hoch nutzten spontan Massen, um mit (Urlaubs-)Brückentagen Kurzurlaub zu machen. Leider kann man gutes Wetter nicht konservieren. Wer trotzdem für 2019 vorausplanen will: Ostern liegt dann Mitte April.

Der 1. Mai fällt auf den Mittwoch in der Folgewoche des Ostermontags. Himmelfahrt ist der 30. Mai. Die Pfingstfeiertage liegen am 9./10. Juni. Die Deutsche Einheit wird am 3. Oktober, ein Donnerstag, gefeiert.

© 123RF/imago

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