Sachsen bekommt einen Wetter-Wanderweg

Wetterwarte Zinnwald: Nach Jahrzehnten unter menschlichem Betrieb wird die Station ab kommendem Jahr vollautomatisiert.
Wetterwarte Zinnwald: Nach Jahrzehnten unter menschlichem Betrieb wird die Station ab kommendem Jahr vollautomatisiert.

Von Anneke Müller

Zinnwald-Georgenfeld - Seit 44 Jahren gibt es die Wetterstation in Zinnwald- Georgenfeld. Vier Wetterbeobachter schieben hier oben bei Wind und Unwetter Dienst. Jetzt steht die Automatisierung der Station an. Ein Wetter-Wanderweg soll die Erinnerung an die Geschichte der Station wachhalten.

„Der Himmel zeigt eine Ansammlung von Haufenwolken“, erklärt Wetterbeobachter Norbert Märcz (41). Nach Regen sehen diese Wolken nicht aus. Es braut sich dennoch etwas über Zinnwald- Georgenfeld zusammen.

Ab Februar 2016 wird die Station automatisiert. Zur groben Wettervorhersage reichen die Bestimmung von Lufttemperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck und Strahlung.

Magische Kugel der Wetterforscher: Meteorologe Norbert Märcz mit einem historischen Sommerstundenmessgerät.
Magische Kugel der Wetterforscher: Meteorologe Norbert Märcz mit einem historischen Sommerstundenmessgerät.

Die Messgeräte sind mit dem Computer verbunden. Doch was das Wetter wirklich ausmacht, sind die Feinheiten.

Die werden vom Wetterbeobachter mit einfachen Geräten und bloßen Auges ermittelt, wie beispielsweise die Bestimmung der Wolkenarten und ihr Zusammenspiel. Erst das bringt Genauigkeit. „Es wird Lücken geben“, sagt Märcz.

Damit das „Wettermachen“ und die Geschichte der Station nicht in Vergessenheit geraten, gründete der Familienvater im Januar 2014 den „Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.“ Seither wird emsig der zehn Kilometer lange Wetter-Wanderweg rund um Zinnwald geplant.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Samstag, 15 Uhr (Treffpunkt Hotel Lugsteinhof) wird der Skitage- Zaun eingeweiht. Er zeigt, an welchen Tagen man seit 1971 hier oben Skifahren konnte. Einen Schneetage-Zaun gibt es schon.

Geplant sind weitere Stationen mit Klimatafeln, Wetter im Bergwerksschacht sowie das Thema Wetter und Industrie in Zusammenarbeit mit Tschechien. Märczens Traum: Räume für ein Museum.

Exponate mit aufregender Vergangenheit gibt es genug: Einen „erschossenen“ Windmesser oder eine Glaskugel, die es bei Sonneneinstrahlung zündeln lässt. Was aus den Wetterbeobachtern wird, steht derzeit noch hinter den Wolken, in den Sternen: „Unsere Zukunft ist ungewiss.“

Von bundesweit 182 Wetterstationen sind bereits 131 vollautomatisiert.

Nette Idee: Wetter- Statistik als Lattenzaun. Das und noch mehr erfahren künftig die Besucher des neuen Wetter- Wanderwegs.
Nette Idee: Wetter- Statistik als Lattenzaun. Das und noch mehr erfahren künftig die Besucher des neuen Wetter- Wanderwegs.
Sachsen erhält einen Wetter-Wanderweg. (Symbolbild)
Sachsen erhält einen Wetter-Wanderweg. (Symbolbild)

Fotos: Holm Helis, imago


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