Neue Spur bei NSU-Anschlag: Zwickauerin beteiligt?

Zwickau/Nürnberg - Zum NSU-Attentat in Nürnberg vor 19 Jahren gibt es neue Erkenntnisse und die Spur führt wieder nach Zwickau.

André E. ist im NSU-Prozess wegen Beihilfe zum versuchten Mord und wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt
André E. ist im NSU-Prozess wegen Beihilfe zum versuchten Mord und wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt  © DPA

Laut Medienberichten könnte eine enge Freundin von Beate Zschäpe in die Rohrbomben-Anschlage auf die Nürnberger Kneipe "Sonnenschein" verwickelt gewesen sein. Diese Freundin ist keine Unbekannte: Susann E. ist die Ehefrau von André E., der im NSU-Prozess wegen Beihilfe angeklagt ist.

Die mutmaßliche Rechtsextremistin aus Zwickau soll Zschäpe regelmäßig besucht haben, während diese zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt im Untergrund lebte.

Im Sommer 1999 explodierte eine mit Sprengstoff gefüllte Taschenlampe in der Pilsbar "Sonnenschein". Es gilt als erster Anschlag des NSU. Der Pächter der Kneipe wurde bei der Explosion verletzt und überlebte nur, weil der Sprengsatz nicht richtig zündete.

Ein gemeinsames Rechercheteam der Nürnberger Nachrichten und des Bayerischem Rundfunks hat nun mit dem damaligen Pächter gesprochen. Demnach soll der junge Türke Susann E. bereits 2013 auf einem Foto erkannt haben, das ihm das Bundeskriminalamt zusammen mit mehr als 100 weiteren Bildern vorgelegt hat. dem Bericht zufolge soll der Mann gesagt haben: "Die geht mir nicht mehr aus dem Kopf, die kenne ich". Noch ist unklar, ob das BKA dieser neuen Spur nachgeht.

Im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München sind mittlerweile die Plädoyers beendet. Nun ging es nochmal in die Beweisaufnahme. Auf Antrag der drei ursprünglichen Verteidiger von Beate Zschäpe vernahm das Gericht am Dienstag einen Brand-Sachverständigen. Er erstattete ein Gutachten über das Feuer, das Zschäpe nach dem Selbstmord ihrer beiden Freunde, der Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, legte und mit dem sie die Wohnung der drei in Zwickau zerstörte. Hätte die Feuerwehr nur wenige Minuten später eingegriffen, hätten die Flammen auch die Wohnung der betagten Nachbarin Zschäpes erfasst, sagte der Sachverständige.

Die Bundesanwaltschaft hält Zschäpe für eine Mittäterin an den Terrorverbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), darunter zehn vorwiegend rassistisch motivierte Morde. Die Anklage hat für Zschäpe lebenslange Haft plus Sicherungsverwahrung beantragt. Zschäpes Verteidiger sehen bei den Morden und Anschlägen dagegen keine Schuld Zschäpes.

Eine Freundin von Beate Zschäpe könnte laut Medienberichten in den Bombenanschlag von Nürnberg 1999 verwickelt gewesen sein.
Eine Freundin von Beate Zschäpe könnte laut Medienberichten in den Bombenanschlag von Nürnberg 1999 verwickelt gewesen sein.  © DPA

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