Sachsenpokal-Wahnsinn: CFC gewinnt Elfmeterschießen gegen Lok Leipzig und steht im Finale

Chemnitz - Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat das Sachsenpokal-Finale verpasst. Die Mannschaft von Teammanager Björn Joppe verlor das Halbfinale beim Chemnitzer FC am Mittwochabend nach tollem Comeback noch mit 12:13 (!!) nach Elfmeterschießen. Vor 7489 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße trafen Matti Langer (5., 26.) und Joannis Karsanidis (104.) für den Gastgeber, Pascal Pannier (40.), Maximilian Pommer (66.) und Kevin Schulze (102.) für Lok. Vom Punkt versagten Matthias Steinborn und Paul Schinke die Nerven - das Aus für die Probstheidaer.

Schon in der 5. Minute schob Chemnitz' Matti Langer (2.v.l.) zum ersten Mal ein, traf 20 Minuten später zum 2:0.
Schon in der 5. Minute schob Chemnitz' Matti Langer (2.v.l.) zum ersten Mal ein, traf 20 Minuten später zum 2:0.  © Picture Point/K. Dölitzsch

Beide Teams trafen erst vor zwei Jahren im Sachsenpokal aufeinander, damals gewannen die Himmelblauen im Endspiel im Bruno-Plache-Stadion 2:1 gegen Lok. In der Regionalliga feierte der FCL im direkten Duell zuletzt einen 4:2-Heimsieg nach 0:2-Rückstand (TAG24 berichtete).

Die Gäste aus der Messestadt pirschten sich direkt nach dem Anpfiff ans gegnerische Tor heran, brachten aber keinen Abschluss zustande. Chemnitz' erste Gelegenheit nach einer Ecke konnte der wiedergenesene Benny Kirsten mit einem Glanzreflex parieren. Beim anschließenden Standard war er machtlos, als Matti Langer den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte - 1:0 für den CFC (5.).

Die Partie war - wenig überraschend - sehr hitzig. Schon nach 23 Minuten schickte Zweitliga-Schiedsrichter Alexander Sather (Grimma) Loks Teammanager Björn Joppe nach langer Diskussion auf die Tribüne. Wenig später schlugen die Hausherren erneut zu: Wieder Langer, diesmal mit einem Weitschuss, überwand Kirsten zum 2:0 (26.).

Dann Schrecksekunde: Kapitän Robert Zickert blieb im eigenen Strafraum kurzzeitig offenbar bewusstlos liegen, nachdem er von Kirsten bei einem Abwehrversuch gelegt wurde. Nach kurzer Behandlungspause ging's aber zum Glück weiter (30.).

Doch Leipzig kam noch vor der Pause zurück! Kevin Schulze bediente auf dem linken Flügel den unbewachten Pascal Pannier, der mit einer Direktabnahme zum 1:2-Halbzeitstand einnetzte (40.). Der Regionalliga-Spitzenreiter hätte hier deutlich höher führen können.

Offener Schlagabtausch, Lok rettet sich in die Verlängerung

Freute sich über sein erstes Pokaltor: Pascal Pannier (l.), hier beim Jubel mit Maximilian Pommer.
Freute sich über sein erstes Pokaltor: Pascal Pannier (l.), hier beim Jubel mit Maximilian Pommer.  © Picture Point/K. Dölitzsch

Im Stadion an der Gellertstraße blieb die Begegnung offen, es ging weiter hin und her. Nach einem Chemnitzer Abseitstreffer (48.) war es Loks Matthias Steinborn (7 Pokaltore in 3 Spielen), der nach klasse Zuspiel von Maximilian Pommer aus spitzem Winkel an Keeper Jakub Jakubov scheiterte (51.).

Und dann fiel fast der Ausgleich! Robert Berger tankte sich über rechts durch, spielte flach vors Tor. Dort verpasste erst Steinborn am kurzen Pfosten, Schulze rutschte am langem am Ball vorbei (58.).

Sie blieben dran und schafften das 2:2 tatsächlich: Lok spielte einen Konter, Schulze gab von rechts nach innen auf Pommer, der sich gegen Jakubov durchsetzte und traf (66.).

Kirsten musste noch mehrmals in höchster Not klären, die beste Tat gelang gegen Rafael Garcia, dessen Schlenzer der Ex-Dynamo parieren konnte (74.).

Beide Mannschaften hatten Gelegenheiten, die Partie in den 90 Minuten zu entschieden - doch es ging in die Verlängerung.

Karsanidis kontert Schulze blitzschnell - CFC triumphiert im Elfmeterschießen

In der Verlängerung konnte Leipzigs Schulze zunächst zum 3:2 für die Gäste einköpfen (102.), ehe Joannis Karsanidis einen 20-Meter-Hammer zum 3:3 im Netz versenkte (104.).

Loks Ryan Malone musste nach 113 gespielten Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Der CFC war seitdem in Überzahl, konnte daraus in der Verlängerung aber nichts mehr machen. Im Elfmeterschießen versagten den beiden Torjägern Matthias Steinborn und Daniel Frahn die Nerven, Schinkes Fehlschuss bedeutete Loks Aus.

Das große Finale steigt am 25. Mai, es wird für Chemnitz ein Heimspiel gegen Drittligist FSV Zwickau. Die Westsachsen gewannen ihr Halbfinale schon am 10. April mit 2:0 bei Budissa Bautzen (TAG24 berichtete). Dem Pokalsieger winkt der Einzug in die 1. DFB-Pokalrunde und eine Antrittsprämie in sechsstelliger Höhe.

Der Chemnitzer FC gewann ein denkwürdiges Halbfinale gegen den 1. FC Lok Leipzig im Elfmeterschießen.
Der Chemnitzer FC gewann ein denkwürdiges Halbfinale gegen den 1. FC Lok Leipzig im Elfmeterschießen.  © Picture Point/K. Dölitzsch

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