Eisenstangen-Attacke und Einlasssturm: Lok-Fans rasten in Bischofswerda aus

Die Polizisten mussten beim Sachsenpokal-Halbfinale mit Pfefferspray gegen die aggressiven Fußballfans vorgehen.
Die Polizisten mussten beim Sachsenpokal-Halbfinale mit Pfefferspray gegen die aggressiven Fußballfans vorgehen.  © Rocci Klein

Bischofswerda - Beim Pokalduell von Lok Leipzig beim Bischofswerdaer FV am Sonntag (TAG24 berichtete) wurden sieben Menschen verletzt, darunter auch zwei Polizisten und zwei Ordner.

Wie Thomas Knaup von der Polizeidirektion Görlitz bestätigte, wurden die Ordner am Gästeeingang von etwa 100 Leipzig-Fans überrannt. Dort demolierten die Gäste einen Bierstand und rissen Zäune aus den Verankerungen. Darunter waren auch drei Männer, gegen die ein bundesweites Stadionverbot bestand.

Mit Beginn des Spiels vermummten sich einige Lok-Anhänger, brannten Signalfackeln ab und zündeten Rauch- und Knallkörper, wobei eine Frau ein Knalltrauma erlitt. Einem Polizisten sei mit einer Eisenstange auf den Rücken geschlagen worden.

Auch nach dem Fußballspiel hatten die Ordnungshüter alle Hände voll zu tun. Einige Lokomotive Leipzig-Fans versuchten die als Abgrenzung dienenden Bauzäune umzuwerfen, um auf das Spielfeld zu gelangen. Die Polizisten gingen mit Pfefferspray gegen die Randalierer vor.

Nach den Ausschreitungen wurden 15 Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Beleidigung, wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoff- und Versammlungsgesetz und dem Abbrennen von Pyrotechnik gestellt.

Von 9 Tatverdächtigen wurden die Personalien aufgenommen. Sechs der gewalttätigen Fans kamen aus Leipzig, drei aus Bischofswerda und Umgebung.

Bei dem Sachsenpokal-Halbfinale kamen rund 260 Polizisten aus Sachsen, der Bundespolizei Pirna, zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei, die Reiterstaffel der sächsischen Polizei und ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Einsatz. Von den rund 2.750 angereisten Fans wurden bereits im Vorfeld 270 dem gewaltbereiten Spektrum zugeordnet.

Der Sachschaden im Stadion beläuft sich nach ersten Prognosen auf mehrere 10.000 Euro.

Bei den Ausschreitungen wurden auch Polizisten und Ordner verletzt.
Bei den Ausschreitungen wurden auch Polizisten und Ordner verletzt.  © Rocci Klein

Titelfoto: Rocci Klein


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