Jetzt wissen wir's: Sachsens Polizei wird immer schneller

Dresden/Leipzig - Er hat es noch einmal getan: Obwohl klar war, dass er den Landtag verlässt, hat Anfragenkönig Enrico Stange (50, Linke) im Sommer noch mal die Regierung gelöchert und erhielt jetzt Antwort.

Schneller vor Ort: Die "Eintreffzeit" der sächsischen Polizei nach Notrufen hat sich in den vergangenen Jahren um durchschnittlich zehn Minuten pro Fall verbessert. Das wurde nach einer Anfrage von Enrico Stange (50, Linke) bekannt.
Schneller vor Ort: Die "Eintreffzeit" der sächsischen Polizei nach Notrufen hat sich in den vergangenen Jahren um durchschnittlich zehn Minuten pro Fall verbessert. Das wurde nach einer Anfrage von Enrico Stange (50, Linke) bekannt.  © Fotomontage/Fotos: dpa/Hendrik Schmidt & Ove Landg

"Namens und im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt: ..."

So beginnt der Abschluss-Brief einer Korrespondenz aus insgesamt 2634 Antworten, die Stange seit 2014 auf seine parlamentarischen Anfragen erhielt, und von denen er die letzten gerade im Urlaub in Spanien liest.

Es geht um die "Eintreffzeiten" der Polizei. Also jene Phase, die die Beamten vom Notruf bis zum Erscheinen vor Ort benötigen. Stange wollte gleich 18 Reviere haben - macht 18 Anfragen und Antworten. Stichtag war der 15. Juni.

Besonders fix waren die Beamten laut Innenminister Roland Wöller (49, CDU) in Annaberg, Freiberg, Dresden und Görlitz; je nach Tageszeit eher weniger in Chemnitz-Nordost.

Auffällig: In Grimma war die Polizei manchmal nur eine Minute später zur Stelle, manchmal sogar sofort ... Der Durchschnitt aller Reviere lag bei 21,34 Minuten gegenüber 2017 noch 31 Minuten!

Sonst so kritischer Stange spricht von beachtlichen Ergebnissen

Innenminister Roland Wöller (49, CDU).
Innenminister Roland Wöller (49, CDU).  © Holm Helis

Der sonst kritische Linke Stange spricht von beachtlichen Ergebnissen. "Denn seit 2011 ist die durchschnittlich erreichte Eintreffzeit die niedrigste."

Wären in den vergangenen Jahren viele Einsatzkräfte für Demos, Fußball und Bewachung von Asylunterkünften gebunden gewesen, entspanne sich die Situation inzwischen.

"Die Bereitschaftspolizei kann stärker Unterstützung für die Reviere erbringen, zusätzliche Kräfte kommen Stück für Stück durch die Ausbildung in die Reviere."

Gleichwohl reichten die 1000 versprochenen zusätzlichen Polizisten nicht, so Stanges Fazit.

Mit den Anfragen war es das für ihn: Künftig orientiert sich der Politikwissenschaftler "in Richtung Forschung, Publizistik, Beratung".

Von sächsischer Innenpolitik mag er aber nicht lassen. Erst vorgestern erschien ein Aufsatz zur Leipziger Waffenverbotszone aus seiner Feder.

Besonders fix: das Polizeirevier Annaberg-Buchholz.
Besonders fix: das Polizeirevier Annaberg-Buchholz.  © Uwe Meinhold

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