So tickt Sachsens jüngste Oberbürgermeisterin

Romina Barth zeigt der Redakteurin ihre Lieblingsplätze und verrät, dass sie derzeit Single ist.
Romina Barth zeigt der Redakteurin ihre Lieblingsplätze und verrät, dass sie derzeit Single ist.

Torgau - Mit 33 Jahren ist sie die jüngste Oberbürgermeisterin Deutschlands: Romina Barth (CDU). Mit MOPO24 sprach sie über Jugend, Skeptiker und ihr Privatleben.

Romina Barth begrüßt uns mit einem Lächeln. „Kommen Sie rein!“, sagt sie herzlich. Auf ihrem Schreibtisch stehen Orchideen, dahinter hängt ein Bild mit einem roten Stier. „Die Kraft, die dieser Stier ausstrahlt, hat mich immer inspiriert“, erklärt sie. Das passt. Denn: Als jüngste Oberbürgermeisterin braucht es viel Durchsetzungsvermögen.

Das fing schon mit der Wahl vor einem Jahr an. „Ich wäre selber nie auf die Idee gekommen, als Bürgermeisterin zu kandidieren“, erzählt die CDU-Politikerin. „Ich habe mich da etwas überreden lassen“, sagt sie schmunzelnd. „Doch ich bin ehrgeizig und wollte dann auch gewinnen.“

Ihre Konkurrentin war die langjährige Oberbürgermeisterin Andrea Staude (SPD).

Vom Hausmannsturm des Schlosses Hartenfels lässt Romina Barth ihren Blick über Torgau schweifen.
Vom Hausmannsturm des Schlosses Hartenfels lässt Romina Barth ihren Blick über Torgau schweifen.

Das Ergebnis war denkbar knapp: Mit 50,3 Prozent läutete Romina Barth eine neue Ära ein. Naja, fast. Denn zunächst konnte sie den Posten nur als Amtsverweserin antreten. Grund: Eine Klage zweifelte an der Rechtmäßigkeit der Wahl. Erst im April machte das Gericht den Weg frei.

All das liegt inzwischen hinter Romina Barth – und viel Arbeit vor ihr. Die frühere Projektentwicklerin im Immobilienbereich möchte vor allem die Stadtentwicklung vorantreiben.

Heißt: Wirtschaft, Infrastruktur, Kultur und Tourismus in Torgau ausbauen und stärken.

„Ab 2018 können wir dann beispielsweise eine Jugendherberge vorweisen“, so das Stadtoberhaupt.

Bei ihrem Lieblingsitaliener Gaetano Giacobbe (53) bestellt die Oberbürgermeisterin gern einen Vorspeisenteller a la Romina – mit viel Tomate und Mozzarella.
Bei ihrem Lieblingsitaliener Gaetano Giacobbe (53) bestellt die Oberbürgermeisterin gern einen Vorspeisenteller a la Romina – mit viel Tomate und Mozzarella.

„Die Leute, die anfangs skeptisch waren, sind inzwischen sehr angetan“, ist Barth überzeugt. „Einige kamen auf mich zu und meinten: ,Mensch, Frau Barth, wir haben Sie unterschätzt’“, erzählt sie stolz. Das habe sie vor allem auch ihrem Alter zu verdanken: „Man geht viel unbefangener an vieles ran, ist dynamischer und hat mehr Puste.“

Die kann sie auch brauchen. Denn seit ihrem Wahlsieg steht Romina Barth im Fokus der Bürger, wird auf der Straße ständig angesprochen. „Ich möchte ja mit möglichst vielen Leuten ins Gespräch kommen“, sagt Romina Barth. „Aber man hat kein Privatleben mehr.“ Trotzdem versuche sie, ihr Leben so normal wie möglich fortzuführen. „Ich liebe das Reiten, versuche vier Mal die Woche zu joggen oder ins Fitnessstudio zu gehen.“

Eine echte Powerfrau! Vielleicht liegt‘s am Stier ...


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