Nach Säure-Angriff auf Arztpraxis: Gab es einen politischen Hintergrund?

Hamburg - Bei einem Säure-Angriff auf eine Arztpraxis in Hamburg-Altona hat ein unbekannter Täter am Freitag mehrere Menschen verletzt. Jetzt wurden weitere Details zum Hintergrund der Tat bekannt.

Feuerwehrleute kommen mit Atemmasken aus der Arztpraxis.
Feuerwehrleute kommen mit Atemmasken aus der Arztpraxis.

Der Mann hatte die Praxis in der Großen Bergstraße vermummt betreten und dort eine Flasche mit Buttersäure ausgeleert, teilte die Polizei mit. Mehrere Menschen erlitten Atemwegsreizungen, der Täter konnte unerkannt fliehen.

Nach Angaben des Rates der islamischen Gemeinschaften gehört die Arztpraxis dem früheren Schura-Vorsitzenden Mustafa Yoldas.

Ein Sprecher der Hamburger Polizei wollte diese Angaben am Samstag weder bestätigen noch dementieren.

Ersten Erkenntnissen zufolge könnte es für die Tat aber einen politischen Hintergrund geben, hieß es weiter. Der Staatsschutz habe die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Die Schura Hamburg verurteilte "den Buttersäureanschlag auf die Praxis unseres langjährigen Vorsitzenden Mustafa Yoldaş aufs Schärfste!". Die Schura wünsche allen Geschädigten eine schnelle Genesung, sagte der Schura-Vorsitzende Fatih Yıldız.

"Wir vernehmen, dass die Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt immer niedriger wird und diese Entwicklung erfüllt uns mit Sorge", sagte Yıldız.

Vermummt in eine Praxis einzudringen, Säure zu entleeren und billigend in Kauf zu nehmen, dass Menschen gesundheitlicher sowie psychischer Schaden zugefügt werde, dürfe nicht unbestraft bleiben.

Die Schura wünschte ihrem ehemaligen Vorsitzenden, seine Praxis wieder zügig in Betrieb nehmen zu können.

Mehrere Rettungswagen versorgten die durch die Säure verletzten Menschen.
Mehrere Rettungswagen versorgten die durch die Säure verletzten Menschen.  © JOTO

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