Samenbank muss Kind Auskunft über Vater geben

Das Recht des Kindes auf die Kenntnis seiner Abstammung wurde von dem Gericht besonders betont. (Symbolbild)
Das Recht des Kindes auf die Kenntnis seiner Abstammung wurde von dem Gericht besonders betont. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Berlin - Kein Detail über den leiblichen Vater bleibt mehr verborgen. Das Kind, das mit seinem Samen gezeugt wurde, darf alle relevanten Daten erfahren, wie das Amtsgericht Wedding nun entschied.

Die Samenbank müsse Auskünfte erteilen, darunter fallen auch Angaben wie Name des Vaters, Geburtsdatum, Haar- oder Augenfarbe, Personalausweisnummer, Hobbys oder sogar die Anschrift zum Zeitpunkt der Spende, hieß es am Montag im veröffentlichten Urteil.

Es ist aber noch nicht rechtskräftig (Amtsgericht Wedding, Aktenzeichen 13 C 259/16, Urteil vom 27. April 2017). Die rechtlichen Eltern hatten sowohl in eigenem Namen als auch im Namen des minderjährigen Kindes geklagt.

Das verfassungsrechtlich geschützte Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung überwiege die ebenfalls geschützten Interessen der Samenbank, hieß es im Urteil. Zwar habe der Spender das Recht auf informelle Selbstbestimmung, andererseits habe er sich bewusst an der Zeugung menschlichen Lebens beteiligt und trage dafür soziale und ethische Verantwortung.

Die Eltern hatten in einer notariellen Vereinbarung zunächst darauf verzichtet, die Identität des Spender zu erfahren.

Laut Gericht ist ein Mindestalter für Informationen aus der Samenbank nicht erforderlich. Die Eltern könnten in eigener Verantwortung entscheiden, wann und wie sie das Kind über die Herkunft informieren.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0