Rapper Samy Deluxe sieht Fußball als Inbegriff des Rassismus

Hamburg - Rapper Samy Deluxe (41) hat Hamburger Hip-Hop jahrelang geprägt. Mit dem gesellschaftskritischen Song "Weck mich bitte auf" gelang ihm im Jahr 2001 ein Charterfolg. In einem aktuellen Interview äußert er sich erneut sehr kritisch über aktuelle politische Entwicklungen und teilt gegen die beliebteste Sportart in Deutschland aus.

Samy Deluxe hat Rapmusik aus Hamburg mitgeprägt.
Samy Deluxe hat Rapmusik aus Hamburg mitgeprägt.  © dpa/Christina Sabrowsky

"Die salonfähigste Art, Rassismus in Deutschland zu promoten, ist Fußball. Für mich ist er der Inbegriff des Rassismus", sagte der Musiker mit afrikanischen Wurzeln in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Wie kommt er zu diesem Schluss? Von der Gesellschaft werde vermittelt, dass es als Fan vollkommen normal sei, einen Verein über den anderen zu stellen.

"Mit derselben Logik könnte man auch meinen, dass die eigene 'Rasse' überlegen ist", sagte der 41-Jährige.

Er sehe eine Doppelmoral im Zusammenhang mit der Sportart.

"Wenn nach einem Spiel irgendwelche Prügeleien ausbrechen, wird nie der Fußball dafür verantwortlich gemacht. Wegen solcher Vorfälle wurde noch nie ein Verein verboten", sagte der Musiker.

Das Überlegenheitsdenken im Fußball hält Samy Deluxe für den Inbegriff des Rassismus.
Das Überlegenheitsdenken im Fußball hält Samy Deluxe für den Inbegriff des Rassismus.  © dpa/Jörg Carstensen

"Aber wenn zum Beispiel bei zwei oder drei Rap-Konzerten in Hamburg Leute abgestochen werden, würde es dort nie wieder solche Konzerte geben. Fußball hat einfach einen krassen Freifahrtschein", sagte der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Samy Sorge heißt.

Ein weiteres Thema im Interview war die politische Stimmung im Land. Der Aufstieg der AfD hat bei Samy Deluxe zu einem Umdenken geführt.

Er habe immer gesagt, dass er sich von der aktuellen "Panik" nicht anstecken lasse. Mittlerweile sehe er aber den Ernst der Lage. "Die AfD ist keine Eintagsfliege, kein bloßer Hype", so Samy Deluxe.

Früher sei er ein bekennender Nichtwähler gewesen. Die wachsenden Erfolge der AfD hätten ihn aber zum Umdenken bewegt.

"Jeder sollte wählen gehen, damit diese Idioten nicht noch erfolgreicher werden", sagte der Hamburger.

Titelfoto: dpa/Jörg Carstensen


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