Polizei ermittelt jetzt auch wegen Mordes! Wie starb das Mädchen, das vom Kreuzfahrt-Schiff fiel?

San Juan (Puerto Rico) - Zweites Drama nach dem schrecklichen Tod eines kleinen Mädchens (†1) im Hafen von San Juan/Puerto Rico (TAG24 berichtete): Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, auch wegen Mordes, berichtet aktuell die "Daily Mail".

Chloe Wiegand wurde nur 18 Monate alt.
Chloe Wiegand wurde nur 18 Monate alt.  © Twitter/Screenshot/@noni_lovechild

Der Polizeichef Jose D. Sanchez, dessen Ermittler den schockierenden Tod von Chloe Wiegand aus Indiana untersuchen, sprach mit der "Daily Mail". Er bestätigte, dass er einen Mord nicht ausschließen könne.

Chloe Wiegand war vom elften Deck des Kreuzfahrtschiffes "Freedom of the Seas" gefallen und im Hafen auf dem harten Betonboden aufgekommen. Zunächst hieß es, dass es sich um einen tragischen Unfall handelte, weil ihr Großvater sie angeblich fallen ließ.

Doch Sanchez, amtierender Leiter der Abteilung für Mord der Polizei von San Juan, erklärte gegenüber der "Daily Mail", dass es verfrüht sei, den Vorfall als Unfall zu deklarieren.

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Es könnte ein Totschlag sein. Es könnte ein Mord sein. Es könnte ein Unfall sein", sagte er bei einem Exklusivinterview mit der britischen News-Seite am Montagabend im Polizeipräsidium.

"Wir befinden uns derzeit in einem sehr frühen Stadium der Untersuchung. Wir haben keine Möglichkeit ausgeschlossen... Wir untersuchen die Ereignisse professionell und gründlich, um den Tod dieses kleinen Mädchens zu klären. Als Polizeibeamte liegt unsere Pflicht beim Opfer", so Sanchez.

Die Familie von Chloe Wiegand beschuldigt hingegen die Veranstalter der Kreuzfahrt. Das Mädchen sei aus einem Fenster gestürzt, das im Kinderspielbereich offen stand - was nach Meinung der Familie nicht hätte sein dürfen.

Familie von Chloe Wiegand hat Anwalt engagiert

Das Kind stürzte von einem ähnlichen Kreuzfahrtschiff, wie diesem (Symbolbild).
Das Kind stürzte von einem ähnlichen Kreuzfahrtschiff, wie diesem (Symbolbild).  © DPA

Sanchez bekräftigte hingegen, dass mögliche Anklagen Mord, Totschlag, Töten ohne Vorsatz oder Vernachlässigung lauten könnten. "Es könnte auch sein, dass gar keine Anklage erhoben wird", sagte er und weigerte sich, das Ergebnis seiner Untersuchung vorherzusagen.

Laut Sanchez haben seine Beamten mit mehreren Zeugen gesprochen, jedoch noch keinen Bericht aus erster Hand darüber erhalten, wie Chloe Wiegand gestürzt ist.

Er gab außerdem bekannt, dass bisher kein Familienmitglied mit den Ermittlern gesprochen habe - aber warnte: "Sie müssen verstehen, dass dies ein traumatisches Erlebnis war... Bisher konnten wir sie nicht befragen. Es ist verständlich, dass sie vom Tod eines Familienmitglieds betroffen sind. Es sollte eine glückliche Zeit sein, aber es ist eine Tragödie geworden."

Am Dienstag gab ein Anwalt, den die Familie engagiert hat, bekannt, dass ihr Großvater Chloe Wiegand auf ein Holzgeländer gestellt hatte, um sie gegen das Glas schlagen zu lassen, wie sie es bei den Eishockeyspielen ihrer älteren Brüder in Indiana tat - ohne, dass er merkte, dass das Fenster offen war.

Der Anwalt ergänzte, dass die Fenster sich überhaupt nicht hätten öffnen lassen dürfen, da sie sich in einem Bereich für Kinder und im 11. Stock des Schiffes befanden. Die Familie ist derzeit darum bemüht, die Kreuzfahrtgesellschaft zur Rechenschaft zu ziehen.

Was genau geschah, werden die weiteren Ermittlungen nun zeigen müssen.

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