"Fehlt mir jegliches Verständnis": BVB-Sportdirektor Zorc geht auf Videoschiedsrichter los

Dortmund - Es war mit einer der Aufreger des Supercups zwischen Borussia Dortmund und Bayern München. 76. Minute, abseits des Platzes läuft Joshua Kimmich zielgerichtet auf den BVB-Youngster Jadon Sancho zu - kurz darauf ging der Engländer zu Boden.

Während Jadon Sancho behandelt wird, bekommt Joshua Kimmich von Schiedsrichter Daniel Siebert den gelben Karton gezeigt bekommt.
Während Jadon Sancho behandelt wird, bekommt Joshua Kimmich von Schiedsrichter Daniel Siebert den gelben Karton gezeigt bekommt.  © Guido Kirchner/dpa

Was war passiert? Der Ball im Aus, Einwurf Bayern. Kimmich bekommt keinen Ball vom Balljungen, läuft stattdessen auf Jadon Sancho zu. Dieser steht direkt neben der BVB-Bank, tändelt leicht mit dem Spielgerät - der 24-Jährige deutsche Nationalspieler verliert daraufhin die Nerven und tritt Sancho auf den rechten Knöchel.

Sancho geht sofort zu Boden, hält sich sein Sprunggelenk. Die BVB-Bank plötzlich in heller Aufruhr, wenngleich es auch keiner wirklich gesehen hat - Kimmich hingegen mimt Unverständnis ob Sanchos Reaktion. Der Münchner Rechtsverteidiger beteuerte bei DAZN im Anschluss seine Unschuld: "Es war ein bisschen unglücklich."

"Ich wollte den Ball mit dem Fuß holen und Sancho wollte seinen Körper reinstellen, damit ich nicht an den Ball komme. In dem Moment habe ich aber schon gestochert und treffe ihn unten", so Kimmich weiter.

Für den BVB-Sportdirektor jedoch "eine glasklare Rote Karte". Zorc kritisiert den Videoassistenten scharf: "Nach Ansicht der Bilder fehlt mir jegliches Verständnis, aber wirklich jegliches Verständnis dafür, wie man da in Köln im Keller sitzen kann und sagen kann: Das ist eine Gelbe Karte", so der 56-Jährige bei Funke Sport.

"Der Ball war im Aus, das Spiel war unterbrochen. Dann war es eine deutliche Tätlichkeit von Joshua Kimmich", fuhr Zorc fort.

Für Bayern-Sportdirektor Salihamidzic "nicht einmal eine Gelbe Karte"

Michael Zorc ist in der Nachbetrachtung mit der Entscheidung der Unparteiischen in der Causa Kimmich nicht einverstanden.
Michael Zorc ist in der Nachbetrachtung mit der Entscheidung der Unparteiischen in der Causa Kimmich nicht einverstanden.  © Ina Fassbender/dpa

Einmal in Rage rechnet er auch mit Köln gnadenlos ab: "Da kann man 35 Seminare bekommen, in dem Moment, in dem das so bewertet wird, braucht man den Videoschiedsrichter nicht."

Nach dem Spiel sagte Leiter der Lizenzspieler-Abteilung der Schwarz-Gelben, Sebastian Kehl, im ZDF, er habe es "auf den ersten Blick gar nicht so schlimm gesehen", während Bayern-Sportdirektor Salihamdzic "nicht einmal eine Gelbe Kate gegeben hätte". Für Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer war der Fall jedoch klar. In der "BamS" sprach dieser von "Dunkelrot".

Unabhängig von dieser Situation ist eines in jedem Fall sicher: Auf diesen Titelkampf kann man sich jetzt schon freuen!

In zwei Wochen startet dann endlich die neue Bundesliga-Saison. Der Rekordmeister eröffnet die Spielzeit am 16. August gegen die Berliner Hertha. Der BVB empfängt tags darauf den FC Augsburg.

Am 11. Spieltag gibt es dann das Wiedersehen der beiden Supercup-Finalisten. Dann empfangen die Bayern Borussia Dortmund in der heimischen Allianz Arena.

Jadon Sancho mit seinem Treffer zum ":0 Endstand für die Borussia.
Jadon Sancho mit seinem Treffer zum ":0 Endstand für die Borussia.  © Guido Kirchner/dpa

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