China als teures Missverständnis? Sandro Wagner in Fernost torlos!

Tianjin (China) - Sandro Wagners Fernost-Abenteuer in China bei Tianjin Teda ist sportlich bislang ein Misserfolg. Der "beste deutsche Stürmer", wie sich der heute 31-Jährige einst selbst nannte, macht genau das, wofür er geholt wurde, nicht: Tore!

Sandro Wagner wartet in China noch auf sein erstes Tor.
Sandro Wagner wartet in China noch auf sein erstes Tor.  © DPA

In zehn Partien, die er allesamt über die volle Distanz bestritten hat, erzielte Wagner noch nicht einen einzigen Treffer.

Dabei ist er den meisten chinesischen Abwehrspielern hinsichtlich der Körpergröße und Erfahrung auf hohem Niveau weit überlegen, konnte das bisher aber offensichtlich noch überhaupt nicht ausspielen.

Das dürfte seinem deutschen Trainer Uli Stielike Sorgen bereiten.

Denn der hatte nach Wagners Zugang im Januar verkündet: "Wir hatten im Angriff wenig Durchschlagskraft. Daher hat der Verein beschlossen, einen groß gewachsenen Mittelstürmer zu suchen. Ich habe dann zwei, drei Namen genannt, bei denen Sandro absolute Priorität hatte."

Also wurde Wagner für fünf Millionen Euro vom FC Bayern München nach China gelockt - garniert mit einem traumhaften Gehalt: So soll Wagner für zwei Jahre satte 15 Millionen Euro bekommen.

Mit Leistung zahlt er das aber noch nicht zurück. So müssen seine Mitspieler Jonathan (zehn Spiele, neun Tore, zwei Vorlagen) und Frank Acheampong (zwölf Spiele, vier Tore, vier Vorlagen) oft in die Bresche springen.

Tianjin Teda im Niemandsland der Tabelle

Sandro Wagner absolvierte für die deutsche Nationalmannschaft acht Spiele und traf fünf Mal. Von dieser Quote ist er in China noch weit entfernt.
Sandro Wagner absolvierte für die deutsche Nationalmannschaft acht Spiele und traf fünf Mal. Von dieser Quote ist er in China noch weit entfernt.  © DPA

Auch wegen Wagners Ladehemmung steht Tianjin nur auf Tabellenplatz sieben mit einem Torverhältnis von 18:19 und nur 15 Punkten aus zwölf Spielen.

Zum Vergleich: Tabellenführer Beijing Sinobo Guoan hat bereits mehr als doppelt so viele Zähler gesammelt, 33 um genau zu sein.

So wird Teda wohl nur eine untergeordnete Rolle in der Chinese Super League spielen, obwohl dort noch nicht mal die Hälfte der Saison vorbei ist.

Dass Wagner eine Torflaute hat, passiert übrigens nicht das erste Mal in seiner Karriere. Bereits bei Hertha BSC (75 Spiele, acht Tore, zwei Vorlagen), dem SV Werder Bremen (36 Spiele, fünf Tore) und dem 1. FC Kaiserslautern (elf Spiele, kein Tor, eine Vorlage) konnte er sportlich nur selten überzeugen.

Er hatte zuvor allerdings beim MSV Duisburg bewiesen, dass er Qualität hat (39 Spiele, vierzehn Tore, elf Vorlagen).

Doch erst seine Zeit beim SV Darmstadt 98 sollte für einige Jahre die positive sportliche Wende bringen: 34 Spiele, 15 Tore, vier Vorlagen waren seine starke Quote. Deshalb holte ihn im Sommer 2016 die TSG 1899 Hoffenheim für 2,8 Millionen Euro. Unter Trainer Julian Nagelsmann netzte er in 50 Partien 18 Mal ein und bereitete acht weitere Treffer direkt vor, debütierte darüber hinaus in der DFB-Nationalmannschaft (insgesamt acht Spiele, fünf Tore).

Sein Jugendklub, der FC Bayern München, holte ihn im Januar 2018 als Back-up für Robert Lewandowski für dreizehn Millionen Euro zurück an die Isar. Doch nur ein Jahr später folgte Wagner dem verlockenden Ruf des Geldes...

Titelfoto: DPA

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