Sandstürme und Waldbrände: Extreme Trockenheit gefährdet den Norden!

Hamburg - Sandstürme kennen die Deutschen vor allem aus der Wüste oder aus Filmen. Wider Erwarten sind sie in Norddeutschland aber keine Seltenheit – ebenso steht es um Waldbrände.

Ein Auto fährt über eine Straße in der Region Hannover, als starker Wind viel Sand von trockenen Feldern aufwirbelt.
Ein Auto fährt über eine Straße in der Region Hannover, als starker Wind viel Sand von trockenen Feldern aufwirbelt.

Das Rezept für einen Sandsturm? Länger anhaltende Trockenheit, starker Wind und kahle Felder. Und genau so sieht es gerade im Norden der Republik aus. Starke Winde wirbeln größere Mengen Sand und anderes lockeres Sediment auf und schon ist der Sandsturm da.

Die riesigen Staubwolken haben schon öfter den Verkehr behindert – allerdings noch nie mit so katastrophalen Folgen wie 2011. Damals kam es bei Rostock auf der A19 zu einer katastrophalen Massenkarambolage, als rund 80 Autos wegen einer solchen Wolke ineinanderrasten. Acht Menschen kamen ums Leben, mehr als 130 wurden verletzt.

Nun warnen Wetterdienste erneut vor Trockenheit und starken Winden – vor allem im Nordosten haben sich im Laufe des Tages immer wieder weitläufige Staubwolken aufgetürmt.

Besonders auf den Autobahnen und Landstraßen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gefahr durch tückische Sandstürme gerade groß, wie der NDR berichtet.

Schuld daran ist vor allem das "schöne" Wetter: Anhaltende Trockenheit in Kombination mit böigem Ostwind sorgen für vermehrte Verwehungen. Besonders an Waldrändern und offenen Feldern sollten Autofahrer aktuell besonders vorsichtig und vorausschauend fahren.

Die Waldbrandgefahr bleibt vor allem in Niedersachsen hoch

Das regenarme Wetter der vergangenen Wochen macht den Wäldern, Mooren und Menschen um die metropolregion Hamburg herum, zunehmend zu schaffen.
Das regenarme Wetter der vergangenen Wochen macht den Wäldern, Mooren und Menschen um die metropolregion Hamburg herum, zunehmend zu schaffen.  © DPA

Neben Sandstürmen, die besonders Autofahrer in Atem halten, muss sich die Feuerwehr im Norden außerdem mit einer extrem erhöhten Waldbrandgefahr auseinandersetzen.

In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und auch um Berlin bleibt die Gefahr von Waldbränden laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor allem im Nordosten am Dienstag noch sehr hoch. Der Gefahrenindex des DWD zeigte gleich an mehreren Standorten die höchste Warnstufe 5 an.

Außerdem ist die Gefahr, dass sich ausgetrocknete Landstriche entzünden, aktuell in der Lüneburger Heide sehr hoch. Dort wurden auch für die Folgetage Mittwoch und Donnerstag noch die Gefahrenstufen 4 und 5 angezeigt.

Im Norden wird es laut DWD auch in den kommenden Tagen weiter sonnig-warm und trocken bleiben. Es soll höchstens ein paar vereinzelte Schauer in Niedersachsen und Bremen geben.

"Die Regenschauer sind nicht flächendeckend und werden zunächst bei der Waldbrandgefahr kaum Entspannung bringen", sagte eine DWD-Meteorologin in Hamburg. "Wichtig wäre ein anhaltender Landregen." Die Gefahr von Waldbränden ist deshalb noch höher als im Vorjahr.

Grillen, Rauchen, Feuer: Auf Feldern, in Mooren und Wäldern ist das gerade brandgefährlich!

Ein Moorbrand bei Goldenstedt löst dichte Rauchentwicklung aus. Wegen starken Windes und der Trockenheit breitete sich der Brand schnell auf einer Fläche von mehreren Hektar aus.
Ein Moorbrand bei Goldenstedt löst dichte Rauchentwicklung aus. Wegen starken Windes und der Trockenheit breitete sich der Brand schnell auf einer Fläche von mehreren Hektar aus.  © DPA

Wichtige Faktoren bei der Waldbrandgefahr seien – ähnlich wie bei Sandstürmen – Wind und Trockenheit. Angesichts der Brandgefahr sei es derzeit deshalb mehr als fahrlässig, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren, warnte Landesforstsprecher Mathias Aßmann.

Aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen könnten zu Feuern an Böschungen führen. "Die Bürger sollten bei Bränden sofort den Notruf wählen", sagte Aßmann.

Bei mehreren Moorbränden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind die Ursachen weiterhin unklar. Im niedersächsischen Goldenstedt bei Vechta waren bei einem Feuer am Ostermontag bis zu 400 Feuerwehrleute im Einsatz.

Das Feuer hatte sich auf einer Fläche von mehreren Hektar ausgebreitet, bevor es gelöscht werden konnte. Die Rauchsäulen waren kilometerweit sichtbar.

Das Feuer in Geeste könnte nach ersten Erkenntnissen durch ein nicht vollständig gelöschtes Osterfeuer und starken Wind entfacht worden sein, hieß es. Im Emsland brannte am Montag zudem ein kleines Waldstück.

Mehr zum Thema Wetter:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0