FC ST. Pauli entschuldigt sich bei Dynamo für Hassplakat

Für dieses Banner entschuldigte sich der FC ST. Pauli.
Für dieses Banner entschuldigte sich der FC ST. Pauli.  © Fotostand/ Krauss

Hamburg – Respekt! Das ging schnell! Nach dem geschmacklosen Hassplakat, welches Fans des FC St. Pauli während des Spiels gegen Dynamo hochhielten, hat sich der Verein noch am frühen Abend entschuldigt.

Das Banner mit der Aufschrift „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt – gegen den doitschen Opfermythos“ hatte vor allem bei Dynamofans für heftige Empörung gesorgt.

Aber auch bei den Hamburger Fans hatte das Plakat für heftige Diskussionen gesorgt. Viele Anhänger sind der Meinung, dass diese Transparente nicht zu den Werten des Vereines passen. Die Botschaft sei zwar grundsätzlich die richtige, die Wortwahl würde aber komplett daneben liegen.

Dieser Grundtenor geht auch aus der Entschuldigung hervor, die der FC St. Pauli noch am Sonntagabend auf seiner Homepage veröffentlichte.

Darin entschuldigen sich sowohl der Verein als auch die offiziellen Fanclubs bei Dynamo Dresden: "Für das Verhalten seiner Anhänger möchte sich der FC St. Pauli bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen."

Die Entschuldigung in vollständigem Wortlaut:

Ein während der Halbzeit des Heimspiels gegen Dynamo Dresden gezeigtes Spruchband in der Südkurve hat für heftige Diskussionen in beiden Fanlagern gesorgt. Dort war zu lesen: „Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt – gegen den doitschen Opfermythos“.

Auch wenn der FC St. Pauli sich von der These des Opfermythos, der in der Vergangenheit speziell von Nationalisten und Rechtspopulisten propagiert wurde, klar distanziert und einen kritischen Umgang mit der deutschen Geschichte ausdrücklich begrüßt und fordert, ist mit den Worten auf dem Spruchband eine Grenze überschritten worden, werden dort doch die Toten der Luftangriffe auf Dresden verhöhnt. Für das Verhalten seiner Anhänger möchte sich der FC St. Pauli bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen.

Nach Rücksprache mit dem Fanclubsprecherrat der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli (FCSR) schließt sich dieser der offiziellen Entschuldigung an. Die Tonalität des ersten Teils des Spruchbandes kann auch für den FCSR in Inhalt und Wortwahl als Aussage nicht so stehen bleiben.