Spinnen greifen an! Grund für Aggressivität ist der Klimawandel

Santa Barbara - Es klingt nach absolutem Horror, was Wissenschaftler der University of California in Santa Barbara herausgefunden haben. Danach sollen starke Stürme Spinnen aggressiv machen. Klingt unglaublich, ist aber tatsächlich wahr!

Forscher gehen davon aus, dass angriffslustige Tiere eine Art Schutzmechanismus entwickeln, der ihr Überleben sichert.
Forscher gehen davon aus, dass angriffslustige Tiere eine Art Schutzmechanismus entwickeln, der ihr Überleben sichert.  © 123rf.com/Robert Hoetink

Die Experten haben ein weiteres Rätsel der Natur geknackt und herausgefunden, dass besonders starke Winde, etwa ein Hurrikan oder Zyklon, zur Entwicklung aggressiverer Spinnenkolonien beitragen.

Sprich: Mit dem sich verändernden Klima ändert sich auch die Umwelt und damit das Verhalten der Tierwelt, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Spektrum". Untersucht wurde das am Verhalten von Spinnen in Sturmgebieten.

Dr. Jonathan Pruitt von der University of California, der sich mit den ökologischen Auswirkungen tropischer Wirbelstürme befasst, wollte wissen, welche Auswirkungen bestimmte Wetterphänomene auf die natürliche Auslese bei Tieren haben.

Pruitt nutzte Wetterwarnungen, um Hurrikane etwa zwei bis drei Tage vor ihrem Eintreten zu lokalisieren. Anschließend untersuchte er die Spinnenkolonien von Anelosimus studiosus, einer in Nordamerika und Südamerika beheimateten Netzspinne.

Die Anelosimus studiosus baut besonders große Netze an Ästen, die über Gewässern wachsen. Auf diese Weise fängt sie die an einem Fluss lebenden Insekten.

Die aggressiven Tiere setzen sich durch

Jetzt muss nur noch fette Beute ins Netz gehen.
Jetzt muss nur noch fette Beute ins Netz gehen.  © 123rf.com/vejaa

Kurz vor den zwei besonders schweren Hurrikanen "Florence" und "Michael" im Jahr 2018 maßen Pruitt und sein Team die Aggressivität der Spinnen, sie wurden dabei auch von einigen Tieren angegriffen. Zwei Tage nach dem Sturm sahen sie sich dieselben Kolonien noch einmal genauer an.

Die Spinnenforscher fanden heraus, dass manche Spinnen nach einem Sturm entweder sehr friedlich oder extrem aggressiv waren. Darauf kamen sie mit Hilfe eines Tricks! Und zwar legten sie ein kleines Papierkügelchen ins Netz und simulierten mit Hilfe einer elektrischen Zahnbürste, dass es ein hilfloses Beutetier sei, welches darin zappelt.

War das Gebiet zuvor durch einen sehr starken Sturm zerstört worden, ließen sich besonders viele Spinnen anlocken. Die aggressivsten hätten sich dabei im Rennen um ein vermeintliches Leckerlie durchgesetzt.

Andererseits waren die Tiere, die außerhalb eines Hurrikan-Gebietes lebten, viel freundlicher und gelassener.

Die höhere Aggressivität der Achtbeiner scheint also den Vorteil zu haben, dass sie ihnen unter bestimmten Umweltbedingungen Überlebensvorteile verschafft. Und bevor ihnen jemand beispielweise ein Fresserchen wegschnappt, greifen sie lieber selbst an!

Titelfoto: 123rf.com/Robert Hoetink

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0