Susannas Mörder Ali B. steht ab heute vor Gericht

Wiesbaden - Der 22-jährige Ali B. steht vom Dienstag (09.30 Uhr) an wegen des Mordes an der Schülerin Susanna vor dem Landgericht Wiesbaden.

Seit dem zehnten Juni sitzt Ali B. in U-Haft.
Seit dem zehnten Juni sitzt Ali B. in U-Haft.  © DPA

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die 14-jährige Mainzerin im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim vergewaltigt und anschließend heimtückisch getötet.

Die Leiche von Susanna war am 6. Juni in einem Waldstück in der Nähe von Bahngleisen gefunden worden.

Der Fall hatte für großes Aufsehen und eine gesellschaftliche Debatte gesorgt, auch weil der irakische Flüchtling Ali B. kurz nach der Tat mit seiner Familie in den kurdisch kontrollierten Nordirak ausreiste. Dort wurde er von Sicherheitsbeamten gefasst und der Bundespolizei übergeben.

Seit 10. Juni sitzt Ali B. in Frankfurt in Untersuchungshaft. In Vernehmungen hatte er gestanden, Susanna getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er.

Update 13.12 Uhr: Ali Bashar gesteht Mord an Susanna vor Gericht

Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der Schülerin Susanna hat der Angeklagte Ali B. vor dem Landgericht Wiesbaden gestanden, das Mädchen umgebracht zu haben.

"Es wurde vor meinen Augen schwarz, dann kam es zu diesem Ereignis. Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte", sagte der 22-Jährige am Dienstag vor dem Wiesbadener Landgericht laut Übersetzung des Dolmetschers. Anschließend habe er geschaut, ob das Mädchen noch am Leben ist, aber keinen Puls mehr gefühlt. Vor der Tat habe er einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt.

Ali B. sagte weiter, er habe die 14-Jährige drei Monate vor der Tat über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Sie hätten öfter Zeit miteinander verbracht, Musik gehört oder seien Hand in Hand spazieren gegangen. Er habe nicht gewusst, wie alt sie sei, sagte der Iraker.

Update 11.28 Uhr: Ali Bashar sagt vor Gericht aus

Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der Schülerin Susanna hat der Angeklagte Ali B. vor dem Wiesbadener Landgericht angekündigt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das erklärte sein Verteidiger kurz nach Beginn der Hauptverhandlung am Dienstag.

Laut Anklage hat Ali B. in der Nacht vom 22. zum 23. Mai 2018 die Susanna in einem Feld zum Sex gezwungen. Als die 14-Jährige danach drohte, zur Polizei zu gehen, habe er sie von hinten angegriffen und erwürgt. Anschließend habe er mit einer weiteren, bislang unbekannten Person ein Erdloch ausgehoben und die Tote vergraben.

Von dem Handy des Opfers aus soll er eine Nachricht an die Mutter von Susanna geschrieben haben, um sie glauben zu lassen, die Tochter sei in Paris.

Am Dienstag berichtete Ali B. vor dem Landgericht von seiner Kindheit im Irak, wo er fünf Jahre die Schule besucht habe. 2015 sei die Familie nach Deutschland geflüchtet.

Zum Auftakt des Prozesses appellierte die Opferschutzorganisation Weißer Ring an die Justiz, die Opfer nicht aus dem Blick zu verlieren. Oft stehe in der Verhandlung ausschließlich der mutmaßliche Täter im Fokus, die Opfer würden nur als Zeugen wahrgenommen, sagte ein Sprecher des Weißen Rings in Mainz.

Auch im Fall Susanna werde die Familie der getöteten 14-Jährigen bereits seit längerem eng begleitet, sagte der Sprecher. Ehrenamtliche des Weißen Rings begleiteten die Angehörigen auch an den Prozesstagen. Die Mutter und die Halbschwester der getöteten Susanna sind als Nebenkläger vor Gericht vertreten.

Update 10.08 Uhr: Mahnwache vor Gericht

Vor dem Wiesbadener Landgericht hat am Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 14-jährigen Susanna begonnen. Der Auftakt der Verhandlung wurde von zahlreichen Kamerateams und Journalisten begleitet. Vor dem Zuschauereingang bildete sich eine lange Schlange.

Das Gericht hatte die Sicherheitsvorkehrungen zum Prozess verschärft, die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Vor dem Gebäude versammelten sich rund ein Dutzend Menschen zu einer Mahnwache.

Ali B. muss sich vor dem Landgericht in Wiesbaden verantworten. (Symbolbild)
Ali B. muss sich vor dem Landgericht in Wiesbaden verantworten. (Symbolbild)  © DPA

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