Sowjet-Höllenmaschine fährt zum Ostblock-Mobil-Treffen

Der Ural 375 ist ein allradgetriebener sowjetischer Lastkraftwagen. Das Fahrzeug wurde in diversen Varianten gebaut und stand auch in Diensten der NVA.
Der Ural 375 ist ein allradgetriebener sowjetischer Lastkraftwagen. Das Fahrzeug wurde in diversen Varianten gebaut und stand auch in Diensten der NVA.  © Detlev Müller

Sayda - Das Ural-Fieber grassiert im Erzgebirge. Fans dieser robusten russischen Fahrzeuge retten einen Ural-Pritschenwagen vom Schrottplatz. Nicht der erste Ural, der im Gebirge röhrt.

Wo der Ural rostet, da lass Dich nieder: Getreu dieser Devise hatten Vögel in Chemnitz Jahr um Jahr ihre Nester in ein rostendes, armeegrünes Monstrum gebaut.

"Als wir den Ural auf dem Schrottplatz fanden, hatten sich Vögel eingenistet. Der Motor sprang sofort an", so Marcus Sambale. Der 25-Jährige aus Sayda ist Besitzer eines restaurierten "Ural 375 D"-Pritschenwagens.

Der Achtzylinder-Benziner treibt sechs Räder an drei Achsen an. "Mir gefällt die Kraft des Autos. Der Ural ist rustikal und unverwüstlich", so Marcus Sambale. "Aber der Wagen wird von mir pfleglich behandelt." Rollt also nur zu Oldtimertreffen wie am 1. Oktober im Sporthotel "Mönchenfrei" in Brand-Erbisdorf vom Hof.

Zum dritten Mal treffen sich die Fans von Ostblock-Mobilen an der B 101 zwischen Brand-Erbisdorf und Großhartmannsdorf. "Vom Klappfahrrad bis zum Kettenfahrzeug ist alles dabei. Wir rechnen mit 200 Fahrzeugen", so Hotel-Chef und Ostblocktreffen-Organisator Enrico Klemm (39).

Klemm und seine Mannen sorgten vor einem Jahr für Furore, als sie mit einer Ural-Schneefräse dem Erzgebirgswinter zu Leibe rückten (TAG24 berichtete). Ob weitere Ural-Lkws folgen? „Wenn wir einen finden, na klar!“, sagen die beiden Tüftler.

Mit dieser von einem T-34-Panzer-Motor angetriebenen Schneefräse sorgten die Erzgebirger im Winter für Furore.
Mit dieser von einem T-34-Panzer-Motor angetriebenen Schneefräse sorgten die Erzgebirger im Winter für Furore.  © Detlev Müller
Einmal Ural, immer Ural: Enrico Klemm (36), Silvio Auerbach (40), Marcus Sambale (25), André Krumbiegel (32) und Marcel Seifert (34, v.l.) eint ihre Liebe für robuste Russentechnik.
Einmal Ural, immer Ural: Enrico Klemm (36), Silvio Auerbach (40), Marcus Sambale (25), André Krumbiegel (32) und Marcel Seifert (34, v.l.) eint ihre Liebe für robuste Russentechnik.  © Detlev Müller
Was lange schraubt, wird endlich gut: Marcus Sambale (25, l.) und André Krumbiegel (32) haben ein halbes Jahr in ihrer Freizeit geschraubt und lackiert. Am Ende sieht der Ural wie neu aus.
Was lange schraubt, wird endlich gut: Marcus Sambale (25, l.) und André Krumbiegel (32) haben ein halbes Jahr in ihrer Freizeit geschraubt und lackiert. Am Ende sieht der Ural wie neu aus.  © Detlev Müller

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