TAG24-Bundesliga-Analyse: SC Paderborn will beweisen, zurecht in Liga eins zu sein

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Paderborn - Mit starken Leistungen und schönem Offensiv-Fußball marschierte der SC Paderborn nicht nur von der 3. Liga in die 1. Bundesliga, sondern begeisterte seine Fans und Fußball-Deutschland. Auch in Liga eins möchte Trainer Steffen Baumgart an seiner Taktik nichts ändern und mutig spielen.

Der Top-Transfer

Der spektakulärste Transfer der Ostwestfalen (bis jetzt) heißt Rifet Kapic. Der Bosnier, der vom Schweizer Erstliga-Absteiger Grasshopper Zürich zum SCP wechselte, soll in die Fußstapfen von Philipp Klement treten, der in der vergangenen Saison mit 16 Toren und sieben Vorlagen maßgeblich am Aufstieg der Paderborner beteiligt war.

Kapic war der Wunschtransfer vom ehemaligen SCP-Manager Markus Krösche. Dieser überwies rund 100.000 Euro an die Schweizer, um dem SCP die Dienste des 24-Jährigen zu sichern.

Zuletzt war der Mittelfeldspieler an den Bosnischen Erstligisten FK Sarajevo ausgeliehen, mit dem er Meister und Pokalsieger wurde.

SCP-Trainer Steffen Baumgart (M.) erklärt Rifet Kapic (r.) seine Aufgaben im Spiel.
SCP-Trainer Steffen Baumgart (M.) erklärt Rifet Kapic (r.) seine Aufgaben im Spiel.  © imago images / pmk

Alle Neuzugänge des SCP

Neben Kapic nahm der SCP acht weitere Spieler unter Vertrag. Als Erstes wechselte Jannik Huth vom 1. FSV Mainz 05 an die Pader. Von dem 25-jährigen Huth erhofft sich Verein ein spannendes Torhüter-Duell mit dem bisherigen Stammkeeper Leopold Zingerle.

Auch für die Offensive holte sich der SCP Verstärkung. Vom FC Energie Cottbus kam Stürmer Streli Mamba. Trotz seiner elf Tore und fünf Vorlagen konnte der 25-Jährige in der vergangenen Saison allerdings nicht den Abstieg der Cottbuser in die Regionalliga verhindern.

Ebenfalls für die Abteilung Offensive kam Marcel Hilßner vom Drittligisten FC Hansa Rostock. Mit dem 24-Jährigen hat der SCP einen spiel- und gleichzeitig zweikampfstarken Kicker an Bord geholt. Zudem wechselte mit Johannes Dörfler ein 22-jähriges Offensiv-Talent ablösefrei vom KFC Uerdingen nach Paderborn.

Für die Verteidigung wurde mit Luca Kilian ein Top-Talent von Borussia Dortmund II verpflichtet. Bei den Borussen wurde der 19-jährige Junioren-Nationalspieler. Nun will der 1,90 Meter große Innenverteidiger Bundesliga-Erfahrung sammeln.

Ein weiterer Kicker für die Abteilung Attacke ist Neuzugang Cauly Oliveira Souza. Der Brasilianer war absolute Stammkraft beim MSV Duisburg und wechselte ablösefrei an die Pader. Der 23-jährige Offensivspieler erzielte in 55 Spielen für die Zebras 10 Tore und war auf dem Markt aufgrund seiner herausragenden Technik heißbegehrt.

Der achte Neuzugang dieser Saison war Jan-Luca Rumpf, der bei den Ostwestfalen einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Der 19-Jährige, der vom Oberligisten Sportfreunde Siegen kam, soll langsam in den Profikader integriert werden.

Zu guter Letzt wechselte Gerrit Holtmann vom 1. FSV Mainz 05 zum SCP. Der 24-Jährige, der schon Bundesligaluft schnuppern durfte, kam per Leihe zur Baumgart-Elf und bleibt fürs Erste ein Jahr in Paderborn. Einsetzbar ist der Kicker auf der linken Außenbahn.

 Cauly Oliveira Souza war auf dem Transfermarkt heiß begehrt.
Cauly Oliveira Souza war auf dem Transfermarkt heiß begehrt.  © imago images / pmk

Alle Abgänge des SCP

Viele Abgänge von Leistungsträgern hat der SCP zu verzeichnen. Leider musste Bernard Tekpetey (21) den Verein verlassen. Schalke 04 machte von der Rückkaufoption Gebrauch und transferierte den Leistungsträger des SCP für rund 2,5 Millionen Euro zurück nach Gelsenkirchen. Von dort aus verliehen sie den flinken Flügelflitzer weiter an Fortuna Düsseldorf.

Der schwerste Verlust für den SCP ist allerdings der Abgang von Philipp Klement. Das Herz des SC Paderborn schloss sich für rund 2,5 Millionen Euro dem VfB Stuttgart an und wird somit in dieser Saison nicht in der 1. Bundesliga spielen.

Auch ein Fan-Liebling verließ den Verein. Einvernehmlich trennten sich Verteidiger Felix Herzenbruch und der Klub. Der 26-jährige Linksfuß war in der Saison 2017/2018 ein entscheidender Aufstiegsfaktor in die 2. Bundesliga. In Zukunft kickt er für den Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Luca Pfeiffer hatte ebenfalls keine Zukunft mehr bei den Domstädtern. Daher wurde der Mittelstürmer, der in der vergangenen Saison auf Leihbasis für den VfL Osnabrück auf Torejagd ging, zum Drittligisten Würzburger Kickers verkauft. Über die Ablöse vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.

Sowohl für Lukas Düker als auch für Phillip Tietz war das Kapitel SC Paderborn schnell wieder vorbei. Beide Kicker durften schon nach einem Jahr beziehungsweise eineinhalb Jahren den Verein verlassen. Während sich Stürmer Düker (23) dem SV Meppen anschloss, ging es für den 22-jährigen Angreifer Tietz zum Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden.

Schließlich verließ auch Mohammed Kamara den Verein, weil er keine Zukunft mehr bei den Ostwestfalen hatte. Der Spieler, der erst im Januar 2019 dem Verein angeschlossen hatte, löste den Kontrakt in beiderseitigem Einvernehmen auf.

Philipp Klement (2. v. l.) war ein wichtiger Aufstiegsfaktor.
Philipp Klement (2. v. l.) war ein wichtiger Aufstiegsfaktor.  © imago images / Karina Hessland

Starker Regionalligist SV Rödinghausen wartet im DFB-Pokal

Nach einer starken Vorbereitung wartet im DFB-Pokal der SV Rödinghausen auf den Bundesliga-Aufsteiger. Im OWL-Duell will der SCP widerlegen, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat und sich gegen den Regionalligisten keine Blöße geben. In der letzten Saison war für die Baumgart-Elf erst im Viertelfinale Schluss. Damals ging das Heimspiel gegen den Hamburger SV mit 0:2 verloren.

Dass das Duell gegen den Regionalligisten nicht gerade eine einfache Aufgabe für den SCP wird, ist klar. Immerhin schaltete der SV Rödinghausen im Vorjahr den Zweitligisten Dynamo Dresden aus und überstand somit die 1. Hauptrunde und ist aktuell Tabellenführer der West-Staffel. Trotzdem sind sich die Verantwortlichen und die Fans sicher, dass der SCP eine Sieg einfährt.

Im letzten Jahr musste sich die SCP-Kicker im DFB-Pokal dem Hamburger SV geschlagen geben.
Im letzten Jahr musste sich die SCP-Kicker im DFB-Pokal dem Hamburger SV geschlagen geben.  © dpa/Friso Gentsch

Saisonziel

"Es kommen große Namen auf uns zu, aber wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken", erklärte zuletzt noch Abwehrspieler Uwe Hünemeier aufgrund der starken Leistungen in der letzten Saison und in den Vorbereitungsspielen.

Auch Steffen Baumgart konnte dem nur beipflichten und machte deutlich: "Bislang sind wir ein Verein, der in der Liste der 18 aktuellen Erstligisten steht, aber wir werden alles dafür tun, um zu beweisen, dass unser Name da auch zu Recht und bestenfalls etwas länger zu finden ist. Es werden viele schwierige Situationen auf uns zukommen, aber die hatten wir in der zweiten Liga auch."

Nach Duckmäuserei klingt das eher nicht, sondern stattdessen nach einer Kampfansage an die Liga-Konkurrenz. Immerhin ist der Offensiv-Fußball der Paderborner berüchtigt. In der Saison 2018/2019 schoss das Team in der 2. Liga 78 Tore und sicherte sich einen direkten Aufstiegsplatz für die 1. Bundesliga.

Der Trainer ruft ganz klar den Klassenerhalt des SCP aus.
Der Trainer ruft ganz klar den Klassenerhalt des SCP aus.  © imago images / pmk

TAG24-Prognose zum SC Paderborn

Obwohl sich die Gegner bestimmt auf den Offensiv-Fußball von Steffen Baumgart einstellen, wird der SCP aufgrund seiner brutalen Durchschlagskraft das ein oder andere Team furchtbar überraschen. Auch werden die meisten Duelle torreich ausgehen.

Zwar hat der Aufsteiger mit Philipp Klement und Bernard Tekpetey zwei wichtige Säulen in der Abteilung "Attacke" verloren, aber mit den Neuzugängen junge und willige Spieler verpflichtet, die nur darauf lauern, in der 1. Liga angreifen zu können.

Wichtig wird es für die Paderborner aber in erster Linie sein, dass die Abwehr, im Gegensatz zur Vorsaison (50 Gegentore) verlässlich arbeitet, denn im Oberhaus werden Fehler gnadenlos bestraft. Ob sich der Kauf von Verteidiger Luca Killian daher wirklich rentiert, bleibt abzuwarten.

Einen riesigen Vorteil, den der SCP hat, ist der, dass das Team aber im Kern zusammengeblieben ist. Die Mannschaft ist daher super aufeinander eingespielt und hat ein gutes Mannschaftsgefüge.

Zwar wird der SCP aller Voraussicht nach nicht im oberen Tabellendrittel die Saison beenden, aber mit dem Abstieg wird die Baumgart-Elf ebenso wenig zu tun haben.

Das ist das Team des SCP für die Bundesligasaison 2019/2020.
Das ist das Team des SCP für die Bundesligasaison 2019/2020.  © dpa/Friso Gentsch

Die bereits veröffentlichten Analysen

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SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

1. FSV Mainz 05

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